Mit Kommentar: Platanenallee soll doch keine Fahrradstraße werden

dzRadverkehr

Vor Kurzem noch schien das Thema Fahrradstraße auf der Platanenallee regelrecht in Bewegung zu kommen. Doch diese wird jetzt abrupt gestoppt. Das Auto herrscht vor, und so wird es wohl bleiben.

Königsborn

, 17.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Platanenallee soll nun doch keine Fahrradstraße werden. Das Auto ist das vorherrschende Verkehrsmittel, und so wird es wohl bleiben. Manchen Beobachter mag das überraschen, denn die Stimmung in Unna war eigentlich schon viel fahrradfreundlicher, ja geradezu mutig auch bei der Auslegung der geltenden Vorschriften.

ADFC-Antrag: Mehrheit stand im Juni noch

Nachdem der Antrag, die Straße ab dem Kreishauskreisel in Richtung Königsborn als Fahrradstraße auszuweisen, vor Jahren schon einmal abgelehnt worden war, hatte der ADFC einen neuen Anlauf unternommen. Der Beirat Fahrrad hatte sich im Juni dieses Jahres dafür ausgesprochen, dass das Fahrrad auf der Platanenallee gegenüber dem Auto Vorrang bekommen soll. Die Mehrheit war mit fünf zu vier Stimmen knapp gewesen.

Das Ergebnis zum selben Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung konnte man schon als entschlossen bezeichnen: 16 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme. Der Ausschuss machte es den Planern lediglich zur Auflage, dass Anlieger weiterhin die Platanenallee auch mit dem Auto befahren dürfen. Das erschien aber auch vorher schon unkritisch: Eine Fahrradstraße kann so beschildert werden, dass Autos darauf zwar untergeordnet sind, aber nicht verboten.

Zählung: unter zwölf Prozent mit Fahrrad

Sie sind auf der Straße aber bisher in der Mehrheit, und zwar deutlich. Das hat die Ordnungsbehörde in der Stadtverwaltung jetzt bestätigen lassen. Laut einer Zählung im Juli liegt der Anteil der Radfahrer am Verkehrsaufkommen bei unter zwölf Prozent. Befürworter einer Fahrradstraße hatten argumentiert, dass eine Umwidmung trotzdem erfolgen solle, wenn damit zu rechnen wäre, dass bald Fahrradverkehr vorherrschen wird.

Die Straßenverkehrsordnung räumt diese Möglichkeit tatsächlich ein. Und die Bauverwaltung hatte unter anderem auf die Planungen für den Radschnellweg RS1 verwiesen. Diese Fahrradautobahn für das Ruhrgebiet soll einmal durch Unna führen, die Platanenallee würde eine wichtige Zubringerstrecke. Sprich: Mit deutlich mehr Fahrradverkehr könnte man rechnen. Das wird aber noch länger dauern, meinen nun die Ordnungsfachleute. Sie verweisen auf Presseveröffentlichungen, nach denen mit dem RS1 in Unna nicht vor 2025 gerechnet werden könne.

Viele Anwohner-Autos

Nicht in einer Glaskugel, sondern zählbar sind hingegen Autos, die schon jetzt der Platanenallee zugeordnet werden. 450 Fahrzeuge seien zugelassen auf Anwohner der Hamburger, Magdeburger und Schweriner Straße sowie der Platanenallee zwischen Park- und Hubert-Biernat-Straße. Außerdem prägten Kraftfahrzeugverkehre zu verschiedenen Einrichtungen das Bild der Platanenallee. In einer Drucksache zum Thema wird unter anderem auf Kreisverwaltung, Gesundheitsamt, Berufsschulen und Kreissporthalle verwiesen.

Jetzt lesen

Sicherheits-Ausschuss entscheidet

Dieses Fazit steht nun für eine Entscheidung im Raum: „Für die Platanenallee bleibt daher im Ergebnis festzuhalten, dass der Fahrradverkehr nicht

vorherrschend ist und aufgrund der Vielzahl der zuzulassenden Anliegerverkehre auch nicht alsbald zu erwarten ist, dass der Fahrradverkehr vorherrschend sein wird. Demzufolge ist der Antrag abzulehnen.“ Die Entscheidung - keine Vorberatung mehr wie in den bisherigen Gremien – obliegt dem Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung. Er tagt am 24. September um 17 Uhr öffentlich in der Feuerwache an der Florianstraße. Die Tagesordnung, auch mit den Dokumenten zur Platanenallee, steht im Ratsinformationssystem unter www.unna.de.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Zwei Autos, ein Roller

Unfall am Ostring: Glimpflicher Ausgang, aber Ärger über Unfallflucht

Meistgelesen