In Unnas neuer Grundschule soll moderner Unterricht stattfinden (Symbolbild), dafür wird ein modernes Gebäude geplant. Aktuell aber steht die Frage nach den Baukosten im Raum. © picture alliance/dpa
Grundschulen

Zu viele Anmeldungen: Noch mehr Schulen in Unna betroffen

Nicht nur in Lünern wird die Organisation des nächsten ersten Grundschuljahrs eine Herausforderung. Fast die Hälfte der Unnaer Grundschulen ist für ihre Größe zu begehrt.

36 Kinder wären zu viele für eine Klasse: Dieses Problem in ähnlichem Umfang gibt es nicht nur an der Grundschule Lünern. Es sind im Moment weitere Grundschulen in Unna von Anmeldeüberhängen betroffen.

Wie die Stadt Unna bestätigte, zeichnen sich nach dem bisherigen Stand des Anmeldeverfahrens Überhänge an insgesamt fünf Grundschulen ab. An welchen Schulen genau, dazu äußerte sich die Stadt bisher nicht. Das Anmeldeverfahren für das Schuljahr, das im Sommer 2022 beginnt, läuft offiziell noch bis Mitte November.

Fünf Schulen wären überbelegt

Insgesamt müssen in Unna 522 Kinder für 2022/23 auf Grundschulen verteilt werden. Das ist insofern bemerkenswert, als vor einigen Jahren noch über stagnierende oder sogar rückläufige Zahlen diskutiert wurde, verbunden mit der Sorge, ob „Zwergschulen“ in Dörfern erhalten bleiben können. Die Zahlen waren unter 500 gefallen, um in der jüngeren Vergangenheit aber wieder zu steigen. Über 530 waren es für das Schuljahr 2019/20, knapp über 550 für das Jahr darauf. Das geht aus den Zahlen hervor, die jeweils im Vorjahres-November der Politik vorgelegt wurden.

Die Anmelderunde für das vergangene Schuljahr 2020/21 hatte einmal mehr gezeigt, dass die Aufnahmekapazität der Unnaer Schulen insgesamt ausreichend war, dass die Schüler aber ungleich verteilt waren. So gab es beispielsweise an der Liedbachschule und der Osterfeldschule jeweils 35 Anmeldungen (Stand November 2019), wobei beide eine Kapazität von 56 (zwei Klassen) haben. Für die Schule am Friedrichsborn hingegen wurden seinerzeit 16 Kinder zu viel angemeldet. Die benachbarte Grilloschule wiederum hatte für 2020/21 nur 37 Anmeldungen bei einer Kapazität von 81.

Ältere Prognose sah Einzügigkeit vor

Wie verlässlich sind Vorhersagen? „Die Schule ist einzügig und wird es in Zukunft auch bleiben.“ Diese Aussage in Bezug auf die Grundschule Lünern ist einer Raumanalyse für alle Unnaer Schulen zu entnehmen, die die Stadt Unna im Jahr 2018 hatte erstellen lassen. Gutachter prognostizierten seinerzeit bis einschließlich 2028 jeweils nur eine Klasse pro Jahrgang in Lünern. Für das kommende Schuljahr scheint dies nun nicht zuzutreffen. Laut einer aktuellen Einschätzung der Stadt soll dies aber kein Trend sein, sondern eher eine Momentaufnahme. Für kommende Jahre werde wieder mit Anmeldezahlen in Lünern gerechnet, die nur einer Klasse entsprechen, teilte die Pressestelle des Rathauses mit.

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Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf

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