Zu schnell mit dem Roller unterwegs: Leugnen zwecklos

dzVor Gericht

Bis zuletzt hatte ein Angeklagter im Amtsgericht bestritten, dass sein Roller etwa 50 km/h fahren kann. Ein Überraschungszeuge konnte den Mann aber des Fahrens ohne Fahrerlaubnis überführen.

von Jana Peuckert

Unna

, 19.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es ist der 24. Januar, kurz vor 7 Uhr. Der Angeklagte ist nach der Nachtschicht mit seinem Roller in Unna unterwegs. Zur selben Zeit befinden sich zwei Polizeibeamte mit ihrem Dienstfahrzeug auf Streife.

Auf der Hansastraße in Richtung Unna Massen fällt den Beamten der Angeklagte auf – er fährt recht zügig. Die Polizisten nehmen die Verfolgung auf und stellen fest: Das Zweirad fährt knapp 50 km/h.

Hat der Fahrer eine Fahrerlaubnis dafür, ist alles in Ordnung. Falls nicht, läge eine Straftat vor. Die Beamten entschließen sich zur Kontrolle. Ergebnis: Der 40-jährige Fahrer hat keinen entsprechenden Führerschein.

Verstoß bei der Polizei zugegeben

Im Unnaer Amtsgericht erklärte der Mann, sein Roller schaffe bergab höchstens 30 km/h. „Das Ding ist noch nie 50 gefahren.“ Auf diese Aussage hin hielt der Richter dem Unnaer dessen Angaben bei der Polizei vor. Dort, so der Vorsitzende, hatte der Mann die zu hohe Geschwindigkeit zugegeben, und sogar dafür unterschrieben.

Er habe keine Lesebrille bei sich gehabt, reagierte der Angeklagte sofort. Außerdem habe er sich unter Druck gesetzt gefühlt. Die Beamten hätten damit gedroht, den Roller abzuschleppen.

Der Richter zögerte nicht lange, griff zum Telefonhörer und rief bei der Polizeiwache Unna an. Etwa 20 Minuten später saß einer der beiden Polizisten, die den Angeklagten angehalten hatten, im Zeugenstand. Der 55-Jährige bestätigte sowohl die Anklage, als auch das Geständnis des 40-Jährigen vor Ort. Der Angeklagte blieb dennoch bei seiner Aussage.

Geldstrafe und Führerscheinsperre

2018 war der 40-Jährige schon einmal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden. Diesmal lautete die Entscheidung: 1200 Euro Geldstrafe und zwölf Monate Sperre für die Erlangung einer Fahrerlaubnis. Hatte der Angeklagte seinen Standpunkt bis dato beharrlich verteidigt, zeigte er sich nun plötzlich sofort einverstanden mit dem Urteil.

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