NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer eröffnet den Schulen im Land verschiedene Möglichkeiten, wie die Zeugnisvergabe erfolgen soll. © dpa (Archiv)
Schulen im Lockdown

Zeugnisvergabe: Schulen müssen selbst über Vorgehen entscheiden

Es sind nur noch wenige Tage, dann endet das erste Schulhalbjahr – mitten im Lockdown. Wie die Schülerinnen und Schüler an ihre Zeugnisse kommen, müssen die Schulen entscheiden.

Die Schulen sind dicht, Unterricht gibt es nur auf Distanz. Mitten im Lockdown endet am Freitag, 29. Januar, das erste Schulhalbjahr. Und nicht nur das: Der 29. Januar ist auch der Tag der Zeugnisausgabe. Aber wie soll das mitten im Lockdown gehen?

Eine klare Antwort darauf gibt es nicht: Die Schulen werden einzeln entscheiden müssen, wie sie mit der Situation umgehen. Das NRW-Schulministerium erklärte am Montag: „Aufgrund der besonderen Pandemiesituation haben die Schulen in diesem Jahr bei der Zeugnisvergabe flexible Möglichkeiten. Die Schulen können die Zeugnisse auf dem Postweg versenden oder eine Abholung an den Schulen anbieten.“ Mit Zustimmung der Eltern könne auch eine elektronische Vorabübermittlung mit späterer Aushändigung erfolgen. Über die konkrete Ausgestaltung der Zeugnisübergabe entscheiden die Schulen laut Ministerium selbstständig.

Schulamtsdirektorin Bettina Riskop weist noch auf eine Besonderheit bei den Grundschulen hin, für die der Kreis Unna die Schulaufsicht hat. Demnach ist die Aushändigung der Zeugnisse dort vom 25. bis 29. Januar möglich.

Kontakte konterkarieren Pandemie-Maßnahmen

Und so werden in diesen Tagen in den Schulen die Köpfe rauchen. Welcher Weg ist der richtige? Eine Abholung der Zeugnisse an den Schulen würde dem Ziel, Kontakte und Mobilität weiter einzuschränken, widersprechen. Nach der jüngsten Bund-Länder-Besprechung und der Entscheidung für eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. Februar hatten alle Beteiligten dieses Ziel noch einmal betont. Dabei hatten sie besonders die Gefahr durch mutierte Coronaviren im Blick.

Kein Vermerk zu Distanzunterricht im Zeugnis

Beschlossen wurde auch eine Verlängerung der Schulschließungen bis zu diesem Zeitpunkt. Die Schülerinnen und Schüler werden also weiter auf Distanz unterrichtet. Ein Vermerk mit Hinweis auf den digitalen Unterricht wird sich laut Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, aber nicht auf den Zeugnissen wiederfinden. „Begründet ist dies damit, dass in der Rechtsverordnung zum Distanzunterricht dieser als dem Präsenzunterricht im Hinblick auf die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden gleichwertig beschrieben wird“, so Söbbeler.

Am 29. Januar gibt es Zeugnisse. An diesem Tag endet das erste Halbjahr des Schuljahres 2020/21. Die meisten Schülerinnen und Schüler in Unna bekommen ihre Zeugnisse dieses Mal per Post.
Am 29. Januar gibt es Zeugnisse. An diesem Tag endet das erste Halbjahr des Schuljahres 2020/21. Die meisten Schülerinnen und Schüler in Unna bekommen ihre Zeugnisse dieses Mal per Post. © picture alliance / Ina Fassbender/dpa © picture alliance / Ina Fassbender/dpa

Wichtig für Viertklässler und Bewerber

Von besonderer Bedeutung sind die Halbjahreszeugnisse für die Schülerinnen und Schüler, die sich damit etwa um Ausbildungsplätze bewerben wollen. Aber auch für die Viertklässler, die zu einer weiterführenden Schule wechseln, sind sie wichtig. „Die im Zusammenhang mit der Zeugnisvergabe bestehenden Beratungspflichten, vor allem in der Grundschule, bleiben unverändert“, teilt das NRW-Schulministerium mit.

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Redaktion Unna
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