Wütender Unnaer greift nach Trinkgelage Nebenbuhler mit Heckenschere an

dzGerichtsprozess

Eine Nacht mit reichlich Alkohol in Unna mündete in Gewalt, und eine Männerfreundschaft ging zu Ende. Einer der Beteiligten fand sich nun auf der Anklagebank wieder. Er hatte eine Heckenschere als Waffe benutzt.

von Jana Peuckert

Unna

, 29.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Kombination aus Alkohol und Eifersucht hat in Unna eine Nacht eskalieren lassen. Es kam zum Streit zwischen zwei Männern. Einer der Beteiligten musste sich nun vor Gericht verantworten.

Es begann mit Whisky und Wodka

Folgendes war passiert, soweit das Gericht es aufklären konnte: Erst genehmigten sich die zwei Freunde am 14. April 2019 in einer Wohnung in Unna Whisky und Wodka. Dann ging einer der beiden schlafen. Der andere blieb noch wach – und gönnte sich Küsse von der Ehefrau des Schlafenden.

Dieser bemerkte die heimliche Knutscherei und flippte aus. Zunächst nahm sich der 30-Jährige das Auto des Rivalen vor, zerschlug vier von sechs Scheiben, trat Frontscheinwerfer und Rückleuchten ein und brach einen Außenspiegel ab. Gesamtschaden: 12.487,80 Euro.

Freund mit Heckenschere attackiert

Von der Alarmanlage seines Firmenwagens aufgeschreckt, rannte der bei der Frau gebliebene andere Mann nach draußen, wo er kurze Zeit später auf den immer noch wütenden Freund traf, der sich inzwischen mit einer Heckenschere bewaffnet hatte. Mit dem Gerät schlug er in Richtung des Rivalen. Dank jahrelanger Kampfsporterfahrung konnte dieser einen Treffer verhindern, zog sich lediglich eine Prellung am Arm zu.

Die Freundschaft der beiden Männer fand in der besagten Nacht ihr Ende. Entsprechend kühl war die Atmosphäre, als die zwei nun im Sitzungssaal des Amtsgerichts Unna aufeinander trafen. Der 30-Jährige saß wegen Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank, sein ehemaliger Kumpel im Zeugenstand.

Angeklagter erinnert sich nicht

Während der Angeklagte angab, aufgrund des Alkohols keine Erinnerung mehr an das Geschehen zu haben, bestätigte der Zeuge den Anklagevorwurf. Tatsächlich sei es in jener Nacht zu Küssen mit der Frau gekommen. Das sei aber von ihr ausgegangen, stellte der 26-Jährige als erstes klar.

Als der Angeklagte das mitbekommen habe, sei er ausgerastet und habe mit der Faust die Glasscheibe in der Wohnzimmertür zerschlagen. Dann sei der 30-Jährige hinausgerannt und habe sich am Auto zu schaffen gemacht.

Dass der Angeklagte keine Erinnerung mehr an die Nacht hatte, glaubte der Zeuge nicht. Er habe zuvor immer wieder mal mit dem Mann zusammen getrunken. Er kenne ihn. Seiner Ansicht nach war der Unnaer bei klarem Verstand und wusste, was er tat.

Auch der Richter ging nicht von einer alkoholbedingten Verringerung der Schuldfähigkeit aus. Er verurteilte den nicht vorbelasteten Angeklagten zu 3850 Euro Geldstrafe.

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