Dort alt werden, wo man sein Leben lang gelebt hat – was viele sich wünschen, ist oft nicht möglich. Doch auf Unnas Dörfern entstehen gerade verschiedene Wohnmodelle für Senioren.

Unna

, 17.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Freitag ist es offiziell: Hemmerde hat Unnas erstes „Atriumhaus“ als Pflegewohnanlage. Mit dem „Haus am Hellweg“ bekommt Unnas östlichster Ortsteil auf einen Schlag ein Pflegeheim mit 70 Plätzen. Größtenteils sind die Zimmer schon belegt, ist das Haus mit Leben gefüllt – wie die Eröffnungsfeier im Herzstück des Gebäudes eindrucksvoll zeigte.

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Den Shanty-Chor Unna, den Bürgermeister, die Gäste: Von den beiden Stegen, die mitten durch das Atrium führen, hat man alles im Blick. Für die Bewohner des Pflegewohnheims war es am Freitagvormittag eindeutig der beste Platz, um alles mitzubekommen, was im Rahmen der offiziellen Einweihungsfeier ihres neuen Zuhauses passierte.

In Unna entsteht Wohnraum für Senioren – vor allem auf den Dörfern

Der Innenhof bildet das Herzstück der neuen Pflegewohnanlage „Haus am Hellweg“. © Udo Hennes

Das Atrium, der lichtdurchflutete Innenhof im „Haus am Hellweg“, ist unbestritten das Alleinstellungsmerkmal unter Unnas Angeboten an Pflegewohnheimen. Genau das hat auch Stephan Borowski von Beginn an fasziniert: „Die Wirkung, die von diesem Innenhof ausgeht, ist schon beim Betreten des Hauses spürbar. Wir haben Licht und die Natur ganzjährig in unserem Haus“, sagt der neue Einrichtungsleiter.

Dass es sich auszahlt, ausgerechnet in Hemmerde ein solches Pflegeheim zu bauen, zeigt die Nachfrage: Aus Kamen, Hamm und sogar Dortmund kommen Interessierte nach Hemmerde, um sich das Atriumhaus anzusehen. In Zeiten, in denen Pflege- und vor allem Kurzzeitpflegeplätze rar sind, kommt Hemmerde die strategisch günstige Lage zugute. 28 Plätze in der vollstationären und drei in der Kurzzeitpflege sind aktuell noch verfügbar.

„Die Wirkung, die von unserem Innenhof ausgeht, ist schon beim Betreten des Hauses spürbar. Wir haben Licht und die Natur ganzjährig in unserem Haus.“
Stephan Borowski, Leiter des „Haus am Hellweg“

Doch natürlich sind es auch und vor allem die Menschen aus dem Dorf, die sich für das neue Pflegewohnheim interessieren. Die Perspektive, im hohen Alter das eigene Zuhause und damit auch das Dorf verlassen zu müssen, in dem man groß geworden ist, ist verständlicherweise für viele beängstigend. Der zwangsläufige Umzug in die Stadt war für viele Menschen aus Hemmerde bisher alternativlos.

Die Möglichkeiten, auch im Alter in Hemmerde wohnen zu können, sollen dabei noch wachsen: Drei weitere Gebäude direkt neben dem „Haus am Hellweg“ sind geplant. Ein eigenes Haus für die Kurzzeitpflege, 52 Wohnungen im Betreuten Wohnen und eine Tagespflege mit 15 Plätzen sollen hier entstehen.

Neue Senioren-WGs in Königsborn und Massen

Bereits im März folgt die nächste Neueröffnung im Bereich Seniorenwohnen: Ende des Monats soll die neue Senioren-WG der GBS, die in Königsborn das Haus am Kurpark betreibt, an der Friedensstraße fertiggestellt sein. Zehn Senioren können dann dort in der Gemeinschaft wohnen.

In Unna entsteht Wohnraum für Senioren – vor allem auf den Dörfern

Dieses Haus an der Friedensstraße in Massen lässt die GBS gerade zu einer Senioren-WG umbauen. Eröffnung soll Ende März 2020 sein. © Marcel Drawe

Das zweite Projekt der GBS wächst am Kurpark unübersehbar in die Höhe: Auf dem Grundstück des ehemaligen „Deutschen Hauses“ wird ein Gebäude für gleich drei Wohngemeinschaften gebaut.

In Unna entsteht Wohnraum für Senioren – vor allem auf den Dörfern

Ende 2020 soll das Gebäude bezugsfertig sein, das gerade an der Friedrich-Ebert-Straße dort entsteht, wo einst das „Deutsche Haus“ stand. Die GBS plant hier die Einrichtung von drei Senioren-Wohngemeinschaften. © Udo Hennes

In fußläufiger Entfernung zum GBS-Seniorenheim am Kurpark werden die Wohngemeinschaften zwar eigenständig leben, die Dienste des ambulanten Pflegedienstes der GBS aber in Anspruch nehmen können. Ende des Jahres werden die Wohngemeinschaften absehbar bezugsfertig sein.

Seniorengerechte Wohnungen und eine WG in Lünern

Alt werden auf dem Dorf – das wird auch in Lünern Ende 2020 wohl Realität werden: Dort, wo bis Sommer 2019 noch die Gebäude der ehemaligen Gaststätte Meininghaus standen, lässt der Pflegedienst Busch aktuell seine sechste Senioren-WG bauen. Der Keller ist bereits fertig, in der kommenden Woche wird der Erdgeschossboden gegossen.

In Unna entsteht Wohnraum für Senioren – vor allem auf den Dörfern

Auf dem Gelände des ehemaligen Haus Meininghaus an der Lüner Bachstraße ist der Keller der neuen Senioren-WG des Pflegedienstes Busch bereits fertig. Ende 2020 soll alles fertig sein, auch fünf seniorengerechte Wohnungen entstehen in dem Gebäude. © Udo Hennes

Zwölf Plätze bietet die Senioren-WG im Erdgeschoss; in den darüber liegenden Etagen entstehen insgesamt fünf seniorengerechte Wohnungen mit einer Größe von 50 bis 90 Quadratmetern. „Dafür bekommen wir bereits viele Anfragen, vor allem aus Lünern direkt“, sagt Constanze Wesnigk vom Pflegedienst Busch, „der Wunsch, auch im Alter im Dorf zu bleiben, ist bei vielen Menschen vorhanden.“

Insgesamt rund 750 Quadratmeter Wohnfläche für Senioren entstehen auf der Meininghaus-Fläche. Das Grundstück drumherum wird als großzügiger Garten angelegt und auch für Parkplätze zu den Wohnungen genutzt. Ende 2020 soll alles fertig sein.

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