CDU meint: Neues Wohnheim in Unna könnte Firmen behindern

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Dass die CDU den Bau eines Flüchtlingsheimes in Unna kritisch sieht, ist bekannt. Mit einem neuen Argument überrascht sie dennoch: Erhoffte Gewerbeansiedlungen in Königsborn könnten gestört werden.

Unna

, 12.10.2018, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neubaupläne für die heutige Notunterkunft an der Kamener Straße diskutiert die Stadt seit Monaten in einem bemerkenswerten Zickzackkurs. Nachdem es zwischenzeitlich schon eine klare Mehrheit gegen den Neubau gab, findet ein verändertes Konzept der Stadtverwaltung nun mehr Rückhalt. Eine Abstimmung im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt brachte eine Mehrheit von 10 zu 8 Stimmen für den Neubau. Die Entscheidung im Rat der Stadt steht aber noch aus.

CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich brachte nun ein Neues und überraschendes Argument gegen den Neubau in die Diskussion ein. Mit dem neuen Konzept plane die Stadt keine reine Notunterkunft, sondern geförderten Wohnungsbau. Dies allerdings könnte einen Nachbarschaftskonflikt erzeugen, da direkt neben der Fläche das Interkommunale Gewerbegebiet Unna/Kamen anfängt. Noch ist zwar nichts davon zu sehen, aber mit dem Bebauungsplan 87C schafft Unna zurzeit die Grundlage für Ansiedlungen. Fröhlichs Bedenken zielen nun darauf ab, dass es die Ansiedlung von Unternehmen vielleicht erschwert, wenn ihnen am neuen Standort durch eine nahe Wohnbebauung bestimmte Dinge nicht gestattet würden. Der CDU-Fraktionsvorsitzende bezieht sich dabei auf Aussagen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die diese Bedenken nach Fröhlichs Einschätzung teilen.

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Die CDU hat vor Kurzem einen Gegenantrag zum geplanten Neubau gestellt und verlangt von der Stadt, dass sie stattdessen Wohnraum des Bundes anmietet, der nicht nur in der ehemaligen Landesstelle in Massen, sondern auch im Süden des Stadtgebietes verfügbar sei.

Mit ihrer Ablehnung für den Neubau steht die CDU nicht allein da. Auch Freie Liste und FDP hatten Kritik geäußert. Die Liberalen sehen die Bundesliegenschaften als Alternative; die Freie Liste bezweifelt angesichts sinkender Flüchtlingszahlen gar, dass Unna überhaupt neue Unterkünfte benötigt.

Die Stadt verfügt derzeit über vier Notunterkünfte. Zwei dieser Wohnheime sind allerdings sanierungsbedürftig. Pläne für einen Neubau an der Kamener Straße waren von der Stadt mit 2,4 Millionen Euro kalkuliert worden. Angesichts der jüngsten Kostensteigerungen in der boomenden Baubranche hält die Stadtverwaltung allerdings auch höhere Ausgaben für möglich, die mit einem Puffer berücksichtigt werden sollen.

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