Neuer Grünen-Vorschlag: Die Mühle Bremme in Unna als Wohnquartier

dzStatt Einkaufszentrum

Dass die Grünen ein Einkaufszentrum auf dem Gelände der Mühle Bremme ablehnen, ist längst bekannt. Nun reichen sie einen Gegenvorschag nach: Lieber Wohnungen anstelle von Geschäften.

Unna

, 05.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Charlotte Kunert gibt den Kampf gegen ein Einkaufszentrum nicht auf, obwohl die grundlegenden Beschlüsse der Politik längst getroffen sind: „Wir werden von ganz vielen Bürgern angesprochen, die es nicht verstehen können, dass da so etwas gebaut wird“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen.

Die Stadt müsse sich mit den Investoren an einen Tisch setzen und einmal darüber sprechen, was Unna wirklich brauche. Und das seien keine weiteren Fitnesscenter, Lebensmittelmärkte und Drogerien, sondern Wohnungen.

Grüne befürchten knallharten Konkurrenzkampf im Handel

Kunert knüpft an einen offenen Brief des GAL-Mitbegründers Hermann Strahl an, der vor den Risiken einer weiteren Handels-Ansiedlung gewarnt hat. Ein großes Einkaufszentrum könne zur schädlichen Konkurrenz für den Innenstadthandel werden, aber auch einfach scheitern, hatte Strahl kürzlich in einer Denkschrift dargelegt. Auch Kunert sagt nun: „Die Planungen stützen sich auf Branchen, die in der Innenstadt bereits ausreichend vertreten sind. Irgendwas wird schließlich wohl schließen müssen.“

Jetzt lesen

Der Einwurf der bündnisgrünen Ratsfrau kommt zu einem überraschenden Zeitpunkt. Auf dem Weg zum Bau eines neuen Einkaufszentrums ist das Projekt weit fortgeschritten. Der niederländische Entwickler Ten Brinke hat die Liegenschaft der Mühle Bremme erworben und inzwischen einen Bauantrag gestellt. Änderungen für die Verkehrsführung an drei wichtigen Knotenpunkten in der Innenstadt sind politisch genehmigt. Eigentlich ist der Bau des Zentrums von der Stadt gar nicht mehr aufzuhalten.

Kunert: „Politik hat in den vergangenen Jahren geschlafen“

Zudem fehlt für den Vorschlag eines Wohnquartiers die planungsrechtliche Grundlage. Für die Mühle gibt es einen Bebauungsplan, der ausdrücklich eine Handelsentwicklung vorsieht. Ihn zu ändern, wäre ein Unternehmen mit vielen Monaten Zeitbedarf. „Da hat die Politik in den vergangenen Jahren ganz einfach geschlafen“, meint Kunert dazu.

„312 neue Autostellplätze tragen zum Kollaps der Innenstadt bei“

Trotz aller Hindernisse hält sie die Idee, Wohnraum zu schaffen, für überlegenswert. „Unna braucht Wohnraum. Auf der Mühle Bremme wäre er zentral gelegen, zudem sehr gut angebunden an Bahnhof und Busbahnhof.“ Das Einkaufszentrum mit seinem 312 Stellplätzen für Autos hingegen werde noch mehr Autoverkehr anziehen und damit zum Verkehrskollaps in der Innenstadt beitragen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Evangelische Stadtkirche

Gelegenheit für einmalige Fotos: Hahn vom Kirchturm wird öffentlich ausgestellt

Meistgelesen