Wizz Air will am Dortmunder Flughafen um 36 Prozent wachsen

dzFlughafen Dortmund

18 neue Flugziele, drei fest stationierte Maschinen in Dortmund: Die ungarische Fluggesellschaft Wizz will ihr Geschäft deutlich ausbauen. Das beflügelt auch die Entwicklungsperspektiven des Flughafens.

Unna, Holzwickede

, 18.06.2020, 11:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Dortmunder Flughafen ist Wizz seit langem der wichtigste Kunde. Nun erhebt auch die Fluggesellschaft selbst die „Startbahn Ruhrgebiet“ in einen neuen Status. Ab August ist Dortmund eine ausgewiesene „Base“ und somit Heimatflughafen für drei fest stationierte Flugzeuge des Typs Airbus A320. Das ist Teil eines Ausbauprogramms für diesen Standort.

Wizz will künftig 18 weitere Flugziele ansteuern. Es sind dann 48 Strecken in 24 Länder, die Wizz künftig ab Dortmund bedient.

Ein Drittel mehr Flugverkehr ab Dortmund

Die Fluggesellschaft erhofft sich ein Wachstum von 36 Prozent in den kommenden Jahren. Für die Betreibergesellschaft des Dortmunder Flughafens wäre es ein großer Fortschritt: Wizz ist bereits jetzt der mit Abstand größte Anbieter für Flugreisen ab Dortmund. Ihren Marktanteil gibt die Gesellschaft mit 73 Prozent an.

Während des Corona-Lockdowns war der Flugbetrieb in Dortmund fast zum Erliegen gekommen, ein großer Teil der Belegschaft in Kurzarbeit gegangen. Mit den Plänen von Wizz, sein Geschäft in Dortmund noch weiter auszubauen, sieht die Zukunft für die Betreiberin aber wieder besser aus.

Während des Corona-Lockdowns war der Flugbetrieb in Dortmund fast zum Erliegen gekommen, ein großer Teil der Belegschaft war in Kurzarbeit gegangen. Mit den Plänen von Wizz, sein Geschäft in Dortmund noch weiter auszubauen, sieht die Zukunft für die Betreiberin aber wieder besser aus. © Flughafen Dortmund / Hans Jürgen Landes

Flughafenchef Udo Mager erwartet auf mittlere Sicht eine Zunahme der Passagierzahlen in Dortmund um rund eine Million im Jahr, für 2020 zunächst 250.000 Fluggäste auf den neuen Strecken. Zuletzt fertigte der Flughafen 2,7 Millionen Fluggäste im Jahr ab, mit den neuen Linien sollten es 3,7 Millionen werden. Nach dem Corona-Lockdown sei das „Tal der Tränen nun durchschritten“, der „Glaube an die Zukunft“ setze sich durch, meint Mager. „Wir werden nicht nur an die alte Stärke anknüpfen können, sondern auch neue Stärke entwickeln.“

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Eine wichtige Voraussetzung dafür seien Genehmigungen für eine Ausweitung des Flugbetriebes ab Dortmund. Die Verlängerung der Betriebszeiten mit der Genehmigung vom 1. August 2018 erlaube es Wizz, bei mittleren Strecken täglich drei Umläufe mit den in Dortmund stationierten Flugzeugen zu fliegen.

Doch auch die beantragte Verlegung der Landeschwelle um 300 Meter nach Osten sei von großer Bedeutung, betont Mager. Die um 300 Meter längere Landebahn mache den Einsatz größerer Flugzeuge wie die des Typs A321neo auch bei widrigen Witterungsverhältnissen und regennasser Piste möglich. „Wizz vertraut darauf, dass wir mit diesen Plänen erfolgreich sind.“

Ohne Schwellenverlegung arbeitet Wizz mit kleineren Flugzeugen weiter

Wizz-Chef József Váradi relativierte dies. Es sei richtig, dass sich sein Unternehmen die längere Landebahn wünsche und auf eine Genehmigung noch in diesem Jahr hoffe. Der Airbus A321neo, auf den diese Veränderung abzielt, sei das derzeit effizienteste Passagierflugzeug auf dem Markt und für die extrem kostenoptimierte Fluggesellschaft von strategischer Bedeutung. Aber wenn er in Dortmund nicht eingesetzt werden kann, müsse Wizz dort eben mit anderen Flugzeugtypen weiterarbeiten wie bisher.

Wizz kommt selbstbewusst aus der Krise

Wizz nimmt für sich in Anspruch, sowohl ökologisch als auch ökonomisch zu den effizientesten Anbietern der Branche zu gehören. Obwohl die Fluggesellschaft im Niedrigpreissegment arbeitet und auch die neuen Strecken mit Preisen ab 24,99 Euro bewirbt, scheint das Unternehmen in seiner bisherigen Geschäftstätigkeit große Reserven aufgebaut zu haben. Váradi bezeichnet Wizz als die krisenfesteste Fluggesellschaft in Europa und drückte Stolz darauf aus, in der Corona-Zeit keinerlei Hilfen angefragt zu haben. Die Liquidität bei Wizz sei stark genug, dass das Unternehmen auch eine zweijährige Zwangspause überstehen könnte, erklärte er auf Englisch.

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Die neuen Reiseziele für Wizz mit Start in Dortmund ab August: : Alghero, Bari, Catania, Neapel (Italien), Athen, Korfu, Iraklion, Thessaloniki, Santorini, Rhodos (Griechenland), Fuerteventura (Spanien), Reykjavík (Island), Lissabon (Portugal), Saporischschja (Ukraine), Marrakesch (Marokko), Suceava (Rumänien), Split (Kroatien), Podgorica (Montenegro)
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