Wissenschaft á la „Star Wars“: Bei der Jugenduni trifft Fiktion auf Physik

dzBildung

Können Gegenstände tatsächlich allein durch die Kraft der Gedanken schweben? Unter anderem diese Frage versuchte die Jugenduni am Dienstag zu klären – passenderweise im Kino.

von Sebastian Pähler

Unna

, 29.01.2020, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Physik auf Fiktion trifft, ist ein unterhaltsamer Abend fast schon garantiert. Am Dienstag kamen junge Forscher und Filmfans mit einem Interesse an beidem jedenfalls auf ihre Kosten, als Prof. Dr. Mark Schülke über die Wissenschaft hinter den „Star Wars“-Filmen referierte. Die Aktuelle Episode IX „Der Aufstieg des Skywalkers“ nahm der Wissenschaftler zum Anlass, um im Rahmen der Jugend-Uni im Kinorama in Unna über Raumschiffe, Roboter und natürlich die Macht zu reden.

Mehr Fiction als Science

Ziemlich viele Schülerinnen und Schüler und auch einige Erwachsene lockte der Vortrag ins Kinorama. Der Titel, „Möge die Ableitung des Impulses mit Dir sein!“ verriet schon, wie sich Prof. Dr. Mark Schülke dem Filmepos nähern wollte.

Doch eine wissenschaftliche Beschäftigung mir „Star Wars“ sei gar nicht so einfach, schickte er vorweg, denn anders als klassische Science-Fiction, wie etwa Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ ist das Weltraumabenteuer in einer weit, weit entfernten Galaxis eher Fantasy, die sich an fernöstlicher Philosophie orientiere und lege nicht viel Wert auf wissenschaftliche Genauigkeit. Das hielt ihn freilich nicht davon ab, physikalische Phänomene anhand der Filme zu illustrieren.

Wissenschaft á la „Star Wars“: Bei der Jugenduni trifft Fiktion auf Physik

Ein Luftballon hat vieles mit einem Raumschiff gemeinsam: Beide stoßen Materie aus, um sich in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. © Sebastian Pähler

Kraft statt Macht

„Möge die Macht mit dir sein“, lautet das wohl berühmteste Zitat aus dem Film. „Macht“ ist hier die alles umgebende Kraft, die die guten Jedi und die bösen Sith nutzen, um zum Beispiel Gegenstände mit ihren Gedanken zu bewegen. Aber Macht sei eigentlich keine gute Übersetzung. „Im Englischen heißt es Force, das ist eigentlich Kraft, aber Kraft klang im Deutschen wohl nicht so gut“, erläuterte Schülke. Über Kraft könne er allerdings wieder viel erzählen, denn die sei Gegenstand der Physik. „Actio gleich reactio“ lautet der von Newton beschriebene Grundsatz.

Wissenschaft á la „Star Wars“: Bei der Jugenduni trifft Fiktion auf Physik

Prof. Dr. Mark Schülke zeigt, wie ein Strohhalm sich in eine bestimmte Richtung bewegt, ohne dass er dabei von ihm berührt wird. © Sebastian Pähler

Das simpelste Experiment, das Schülke mitgebracht hatte, war ein Luftballon, den er erst aufblies und dann losließ. Der Ballon schoss durch den Saal, wo ihn ein Zuschauer auffing. Raumschiffe, so Schülke, würden im Grunde genau so funktionieren, indem sie Materie ausstoßen und sich, gemäß Newtons Grundsatz in die entgegengesetzte Richtung bewegen.

Dass Phänomene wie das Bewegen auf Distanz tatsächlich ohne Telekinese möglich sind, zeigte ein anderes Experiment. So bewegte er etwa einen Strohhalm ohne ihn zu Berühren. Das Geheimnis dahinter, elektrostatische Aufladung. Durch das Reiben des Strohhalms an Backpapier wird dieser nämlich geladen und reagiert auf die Ladung in Schülkes Finger.

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