Wirtschaft unterstützt Plan für längere Landebahn am Flughafen Dortmund

dzIndustrie- und Handelskammer

Dass Wizz schon im August drei Maschinen fest am Dortmunder Flughafen stationiert, macht die längere Landebahn nicht entbehrlich – erklärt die IHK, die sich zugleich für die Genehmigung ausspricht.

Unna

, 20.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne der ungarischen Fluggesellschaft Wizz scheinen manch eine Annahme, die in den zurückliegenden Monaten im Umlauf geriet, auf den Kopf zu stellen. Wer den Flughafen in Dortmund unter dem Zwang sah, die 300-Meter-Verlängerung der Landebahn bei der Genehmigungsbehörde in Münster durchzubekommen, damit Hauptkunde Wizz nicht den Abflug macht, der erlebte in dieser Woche eine große Überraschung: Während die gesamte Branche durch Corona in die Krise geraten schien, starten die Ungarn jetzt richtig durch – auch und gerade in Dortmund.

Die Ankündigung von Wizz, ab August nicht nur 18 neue Flugziele ab Dortmund anzusteuern, sondern auch drei Maschinen mit fester „Base“ in Dortmund zu stationieren, zeigt viel Zuversicht und ist ein starkes Bekenntnis zum Standort – schon vor der Entscheidung über die Verlegung der Landeschwelle.

IHK stimmt der Verlegung der Landeschwelle zu

Die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund begrüßt die Entscheidung von Wizz und sieht darin eine Stärkung des Flughafens im Westen von Unna. Und auch eine andere Nachricht aus den vergangenen Tagen kommentiert der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Wulf-Christian Ehrich nun: Die Verlegung der Landeschwelle, für die die Betreibergesellschaft des Flughafens nun die Anträge eingereicht hat, sei mit dem jetzigen Bekenntnis von Wizz keineswegs unnötig geworden.

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„Dass sich der Dortmund Airport an den Interessen seiner eigenen Kunden, darunter eben auch die Fluggesellschaften, orientiert und seine Angebote kundengerecht verbessert, ist ein marktwirtschaftlicher Vorgang. Die Kunden des Airports haben ihren Wunsch eindeutig formuliert, in Zukunft anderes Fluggerät einzusetzen, das eine längere Start- und Landebahn notwendig macht“, so Ehrich.

„Wenn man die verschiedenen Argumente übereinander legt, zeigt sich aus Sicht der regionalen Wirtschaft ein eindeutiges Bild und die IHK spricht sich dafür aus, den Antrag des Dortmund Airport auf Verlegung der Landeschwellen zu genehmigen“, erläutert Ehrich die Position.

Wirtschaft braucht einen zukunftssicheren Flughafen

Die IHK zu Dortmund sei sich bewusst, dass der Lärmschutz für Anwohner und die Emissionsminderung im Rahmen des Klimaschutzes wichtige Anliegen sind. Doch auch viele Unternehmen aus der IHK-Region würden den Dortmunder Flughafen als Verkehrsinfrastruktur nutzen.

„Der Bedarf der regionalen Wirtschaft an Luftverkehrsangeboten ist klar belegt“, sagt Ehrich. Eine IHK-Umfrage vor rund einem halben Jahr habe bestätigt, dass 77 Prozent der befragten Unternehmen aus dem IHK-Bezirk den Dortmund Flughafen bereits für Geschäftsreisen genutzt haben. Fast zwei von drei kleinen und mittleren Unternehmen tun dies regelmäßig. Die IHK unterstützt deshalb Maßnahmen, die die Zukunftsfähigkeit des Flughafens im Interesse der Wirtschaft sicherstellen.

Die IHK sieht aber auch am Flughafen selbst eine direkte wirtschaftliche Belebung durch die neuen Angebote von Wizz. „Die Stationierung der drei Maschinen ist für uns ein klarer Beleg, dass Beschäftigungseffekte und Wertschöpfung keine theoretischen Größen sind“, so Ehrich. Jede fest in Dortmund stationierte Maschine wirke wie ein kleines mittelständisches Unternehmen.

Zudem drückt die Kammer gerade nach der Ausweitung des Flugangebotes bei Wizz Zuversicht aus, dass der Flughafen bald wieder aus der Krise herauskommen werde. Sie geht davon aus, dass die Passagierzahlen sich im Jahr 2021 den Werten aus dem Vorjahr 2019 annähern.

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