„Wir für Unna“ entscheidet über Kandidatur für den Stadtrat

dzIm Dezember

Spekulationen über eine Kandidatur von „Wir für Unna“ sind nicht aus der Luft gegriffen. Im Dezember soll sich entscheiden, ob Unna bei der Kommunalwahl 2020 eine neue Wahlmöglichkeit bekommt.

Unna

, 12.11.2019, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bürgerverein „Wir für Unna“ will sich bei seiner Versammlung am 11. Dezember tatsächlich mit der Frage befassen, ob er Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 aufstellt. Das bestätigte nun die Vorsitzende Margarethe Strathoff gegenüber unserer Redaktion.

„Wir für Unna“ wäre dann das dritte rein lokale Wählerbündnis in Unna nach den Freien Wählern und der Freien Liste. Als neue Kraft müsste der Verein nach einer Grundsatzentscheidung Kandidaten benennen und Unterstützungsunterschriften für ihren Vorschlag sammeln.

SPD-Fraktionsaustritte hatten Spekulationen über Kandidatur befeuert

Spekulationen über eine Kandidatur des Vereins waren zuletzt durch die Fraktionsaustritte bei der SPD im Stadtrat befeuert worden. SPD-Parteichef Sebastian Lasser erklärte dabei, dass die Häufung von Austritten vielleicht kein Zufall sei. Die Sozialdemokraten sehen in „Wir für Unna“ offenbar ein Auffangbecken für jene, die sich von ihrer bisherigen Fraktion oder Partei enttäuscht abgewendet haben.

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Einen politischen Gehalt hat die Arbeit von „Wir für Unna“ seit der Gründung Anfang 2018. Unter anderem setzt der Verein Themen auf die politische Agenda, in dem er Bürgeranträge ans Rathaus initiiert. „Wir für Unna“ versteht sich als Zusammenschluss von Bürgern, die sich ohne Bindung an eine Partei für das Gemeinwohl einsetzen wollen.

Die „Wir für Unna“-Vorsitzende Strathoff ist eine SPD-Frau

Ungewöhnlich dabei ist, dass im Verein sehr wohl auch Köpfe mitwirken, die auch eine andere politische Heimat haben und ihre Ideen auch dort platzieren könnten. So ist die Vorsitzende Margarethe Strathoff SPD-Mitglied mit Sitz im Kreistag und sachkundige Bürgerin für die SPD-Fraktion im Stadtrat. Ein weiteres Vorstandsmitglied ist der fraktionslose Ratsherr Christoph Tetzner, der 2014 über die Liste der Piratenpartei in den Rat eingezogen war.

Das Potenzial des Vereins bei einer Wahl lässt sich schwer abschätzen. Zumindest scheint er genügend Rückhhalt in Unna zu haben, um die voraussichtlich 23 Wahlbezirke besetzen und damit Stimmen einsammeln zu können. Schon bei seiner Gründung war von 30 Mitgliedern die Rede.

Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden ist das Alternativangebot zu den bundesweit vertretenen Parteien in Unna eher zersplittert. Freie Wähler und Freie Liste waren bei der Wahl 2014 zwar gemeinsam angetreten, haben sich danach aber wieder getrennt. Im Rat der Stadt besetzen sie derzeit drei Sitze.

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