Auf das Alpine-Symbol sollte man beim Reifenkauf achten. M + S steht für Matsch und Schnee. © pa/obs ADAC
Winterwetter

Winter- oder Sommerreifen? Das bedeutet der Schnee in Unna für Autofahrer

Bei dem Schneetreiben, das gestern in den Abendstunden noch geherrscht hatte, war für den morgendlichen Berufsverkehr schon das Schlimmste befürchtet worden. Viele haben schon Sommerreifen drauf.

Auch wenn die Straßen in der weißen Landschaft bis in die Nacht noch weitgehend schneefrei geblieben waren, waren die Sorgen groß, dass es in den Morgenstunden zu einem größeren Verkehrschaos auf den Straßen kommen könnte. Viele gehen bei der Bereifung ihres Fahrzeuges nach der alten Faustregel vor „Oktober bis Ostern“. Ja, Ostern ist nun bekanntlich gerade vorbei, und wer das lange Wochenende dazu genutzt hat, wieder die Sommerreifen aufzuziehen, hat dies nun mitunter ein bisschen bereut.

Die Polizei kontrolliert nicht gezielt auf Sommerreifen

„Wir machen jetzt keine große Verkehrskontrolle speziell auf Sommerreifen“, erklärt Polizeisprecherin Vera Howanietz. Vorgeschrieben sind Winterreifen nur, wenn auf der Straße winterliche Verhältnisse mit „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ herrschen. Es gibt jedoch für das Fahren mit Sommerreifen bei Schnee einen Eintrag im Bußgeldkatalog, muss man der Vollständigkeit halber sagen. Dort stehen 60 Euro und ein Punkt. „Diese Straßenverhältnisse, bei denen das fällig würde, haben wir im Moment aber nicht. Die Straßen sind ja nur nass“, so Howanietz weiter.

Sobald sich das ändert und der Schnee liegen bleibt, hat die Polizei jedoch im Falle einer Behinderung, wenn also jemand an einem Berg nicht mehr weiterkommt, und den Verkehr aufhält, schon ein Auge darauf, ob die passende Bereifung aufgezogen ist. Dann werden auch gleich 80 Euro fällig und ein Punkt. Bei einer Gefährdung sind das 100 Euro und bei einem Unfall 120 Euro, natürlich jeweils mit einem Punkt. Grundsätzlich gilt, Winterreifen sind kein Freifahrtschein zum Heizen bei Kälte, das Fahrverhalten sollte in jedem Fall den Wetterbedingungen angepasst werden, unabhängig von der Bereifung.

Mit Sommerreifen im Schnee kann es Probleme mit der Kasko geben

Wenn es zu einem Unfall kommt, kann Bodo Temme in einer Hinsicht schon mal beruhigen: „Die Haftpflichtversicherung macht keine Probleme und übernimmt in jedem Fall.“ Anders sieht es bei Kaskoschäden aus. Der Sprecher des Bundes Deutscher Versicherungskaufleute in Unna erklärt: „Besonders die Vollkaskoversicherung kann Probleme machen, wenn man mit ungeeigneter Bereifung unterwegs ist.“ Mit abgefahrenen Sommerreifen auf Schnee unterwegs zu sein, könne dann als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt werden. Die Gerichte entscheiden letztlich wie das Verschulden liegt und dann auch der Unfall auf die Reifen zurückzuführen ist. Es könne aber dazu kommen, dass ein Kaskoschaden gar nicht reguliert wird.

Über den Autor
1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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Christoph Schmidt
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