Wildblumenwiese als Parkfläche missbraucht: Stadt will Hindernisse aufstellen

dzUmweltschutz

Wilde Blumen bieten wichtige Nahrung für Insekten: Diese Erkenntnis hat zuletzt zu vielen Blühstreifen im Stadtgebiet geführt. Nicht überall werden sie aber als solche erkannt.

Königsborn

, 05.02.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist nur ein schmaler Streifen, der den Fußweg an der Hubert-Biernat-Straße gegenüber den Einmündungen zur Gabelsberger Straße von dem Radweg und der Fahrbahn trennt, doch auch hier könnten jede Menge Wildblumen wachsen – und damit wichtige Nahrung für Insekten liefern. Könnten – denn obwohl eine Wildblumenwiese dort angelegt wurde, haben Insekten hier vergeblich nach blühenden Pflanzen gesucht.

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Dort, wo eigentlich Wildblumen wachsen sollten, parken stattdessen immer wieder Autos. Jetzt, im Winter, ist es besonders gut zu sehen: Im feuchten Boden sind die Spuren schwerer Reifen zu erkennen. Dass hier keine Pflanzen wachsen konnten, ist sofort offensichtlich. Nur einige wenige, mittlerweile trockene Halme ragen aus dem matschigen Grünstreifen heraus.

„Wie man überhaupt auf einer Grünfläche parken kann, erschließt sich mir nicht“, sagt Ralf Calovini, bei den Stadtbetrieben zuständig für den Grünflächenbereich. Doch das Umfeld des Grünstreifens lässt vermuten, wer hier parkt: Direkt gegenüber befindet sich nur die Kirche Herz Jesu und das dazugehörige Forum; auch eine Zeitarbeitsfirma, ein Kindergarten und die Grundschule am Friedrichsborn liegen nur wenige Meter von der geplanten Wildblumenwiese entfernt.

Wildblumenwiese als Parkfläche missbraucht: Stadt will Hindernisse aufstellen

Reifenspuren zeigen: Hier wird gerne geparkt. Dass die Grünfläche zwischen Radweg und Bürgersteig eigentlich für Wildblumen gedacht ist, scheint die wenigsten Autofahrer zu interessieren, die einen Parkplatz suchen. © Marcel Drawe

Wer hier bei Veranstaltungen oder im morgendlichen Berufs- und Bringeverkehr einen nahen Parkplatz sucht, den verleitet der Grünstreifen offenbar schnell zum Parken oder auch nur kurzen Halten. Auch die auf der Fläche stehenden Bäume, die allerdings noch jung und nicht sehr groß sind, scheinen die Parkplatzsuchenen nicht abzuschrecken: Dazwischen bleibt genügend Platz – mitten auf den Wildblumen.

„Wie man überhaupt auf einer Grünfläche parken kann, erschließt sich mir nicht.“
Ralf Calovini, Bereichsleiter Grünflächen bei den Stadtbetrieben

Damit die nun tatsächlich eine Chance haben, auch Wildblumen zu werden, plant die Stadt nun, Steinstelen als Hindernisse aufzustellen. „Da fährt man nicht mal eben mit dem Auto gegen und schon gar nicht drüber“, sagte Ralf Calovini im Umweltausschuss. Ralph Bürger (SPD) regte an, auf der Wiese auch Schilder aufzustellen, die darauf hinweisen, dass hier eine Wildblumenwiese entsteht. „In Kamen funktioniert das bereits gut“, so Bürger.

Auch könne man die Grundschulen in die Gestaltung solcher Schilder einbinden. An den Grundschulen sind solche Blühwiesen längst Thema: So ist 2019 beispielsweise an der Schule am Friedrichsborn eine Blühwiese mitsamt Insektenhotel entstanden – inklusive Schildern, die erklären, was dort passieren.

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