Wieso Vereine in Unna kein Geld für Sporthallen bezahlen müssen

dzFreiwillige Leistungen

Egal, ob Handball, Turnen oder Volleyball: Unnas Sportvereine brauchen Platz für ihre Sportarten. Den bekommen sie von der Stadt – kostenlos.

Unna

, 18.10.2018, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Männer rennen 90 Minuten dem Ball hinterher und am Ende gewinnen irgendwie immer die Deutschen.“ – Das Zitat des englischen Fußballspielers Gary Lineker gilt spätestens seit den letzten Spielen der DFB-Elf nicht mehr. Aber auch so braucht es für Fußball mehr als einen Ball und Sportler. Fußballspieler brauchen einen Platz oder eine Halle, Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten, kurz gesagt: ein Umfeld, in dem sie ihrer Sportart nachgehen können.

All das bekommen Unnas Sportler von der Stadt Unna zur Verfügung gestellt. Die Nutzung der von der Stadt errichteten Sportstätten ist für anerkannte Sportvereine kostenlos – und das gilt natürlich längst nicht nur für Fußballer.

Konkret regeln die Sportförderrichtlinien der Stadt dieses Prinzip. „Die Kreisstadt Unna fördert den Sport vorrangig durch den Bau, die Unterhaltung und Bereitstellung von Übungs- und Wettkampfstätten“, heißt es dort.

Für die Vereine bedeutet das: Um die Turnhallen, Schwimmhallen oder Außenanlagen wie Fußballplätze oder das Leichtathletik-Stadion zu nutzen, müssen sie kein Geld bezahlen, das sie im Umkehrschluss in Form höherer Beiträge an ihre Mitglieder weitergeben müssten.

Nutzungsgebühren für Sportstätten

So sieht es in anderen Städten aus

  • Bergkamen: Die Nutzung der Sport- und Turnhallen ist für die Vereine frei.
  • Fröndenberg: Keine Nutzungsgebühren für Sporthallen.
  • Holzwickede: Die Vereine zahlen keine Nutzungsgebühr für Turnhallen.
  • Kamen:Bestimmte Nutzergruppen zahlen 10 Euro pro angefangener Stunde als Beitrag zu den Betriebskosten, dazu zählen beispielsweise auswärtige Vereine.

Rein formal ist diese Förderung des Sports eine freiwillige Ausgabe, die sich die Stadt leistet, obwohl sie dazu nicht verpflichtet ist, wie beispielsweise Zuschüsse an die Jugendkunstschule oder die Bibliothek im ZIB.

„Es ist keine Summe zu beziffern, die dieser Förderung entsprechen würde“, sagt Stadtsprecher Oliver Böer. Es handele sich um einen bewussten Verzicht auf eine mögliche Einnahmequelle – zugunsten der rund 15.500 Menschen, die Mitglieder in einem der Unnaer Sportvereine sind.

Sorgen, dass angesichts der von der Verwaltung vorgeschlagenen Aufgabe der Sportplätze in Alte Heide und Billmerich auch diese Form der Sportförderung ein Opfer der Haushaltssparziele werden könnte, sind indes unbegründet. „Die Haushaltssicherungskommission hat sehr schnell klargemacht, dass diese Förderung beibehalten werden soll“, sagt Böer.

Dass gerade ein Sparen am Sport für heftige Reaktionen sorgt, hat die Stadt Hagen erfahren: Sie entschied sich dafür, eine Sportstätten-Nutzungsgebühr für alle erwachsenen Sportler und die Schwimmvereine zu erheben. Seit diesem Jahr gilt diese Regelung – nachdem zuvor die Nutzung ebenso wie in Unna komplett kostenlos war. Die dadurch erzielten Mehreinnahmen der Stadt: 180.000 Euro. Die Folgen: Die ersten Sportvereine haben ihre Mitgliedsbeiträge erhöht.

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