Dass sie Weihnachten in der Stadtkirche feiern können, ist für die Unnaer Christel und Siegfried Heinze ein großes Geschenk – an das sie nach den Sturmschäden lange nicht geglaubt haben.

Unna

, 24.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Lange überlegen muss Christel Heinze nicht, wenn man sie fragt, was die Stadtkirche für sie bedeutet: „Sie ist mein zweites Zuhause. Ich fühle mich da so wohl und so geborgen.“ Dass dieser „Fels in der Brandung“, wie Christel Heinze die Stadtkirche auch nennt, schwere Schäden aufweist, war für die engagierte Presbyterin nicht leicht zu verkraften.

„Dass unsere Kirche so krank ist, das mochte ich erst kaum glauben“, erzählt Christel Heinze. Nach dem Schock am 18. Januar, als eine der vier Fialen hinunterstürzte, wurde bald klar: Die Fassade der Kirche ist auch beschädigt – jahrhundertelange Korrosion hat dem Kirchengebäude zugesetzt, es brüchig gemacht. „Als dann der Baustellen-Gottesdienst war und wir zum ersten Mal wieder in die Kirche gehen konnten, habe ich geweint“, erinnert sich Christel Heinze.

Wieso Unnas Stadtkirche für das Ehepaar Heinze das zweite Zuhause ist

Christel Heinze © UDO HENNES

„Dass unsere Kirche so krank ist, das mochte ich erst kaum glauben“
Christel Heinze

Keine Frage, die Unnaerin hat eine ganz enge Bindung zur Stadtkirche. An den möglichen Grund dafür kann sich die heute 66-Jährige nicht erinnern – obwohl sie im Mittelpunkt jenes Zweiten Weihnachtstages stand, der sie auf immer mit der Stadtkirche verbindet: Am 26. Dezember 1952 wurde Christel Heinze in der Stadtkirche getauft. „Wenn ich Weihnachten in die Kirche komme, denke ich da manchmal dran, wie das gewesen sein muss“, sagt Christel Heinze.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihr und ihrem Mann Siegfried an Weihnachten allerdings nicht. Er ist stellvertretender Küster, sie im Presbyterium: Da ist Weihnachten viel Arbeit angesagt – natürlich in der Stadtkirche. „Ab mittags sind wir an Heiligabend in der Stadtkirche“, erzählt Siegfried Heinze.

Zum Gottesdienst mit Krippenspiel um 14 Uhr kommen die Familien; kaum sind sie aus der Türe, drängen schon die nächsten Besucher in die Kirche. „Viele kommen mittlerweile schon um 15 Uhr, um einen Platz für den Gottesdienst um 16 Uhr zu bekommen“, hat Siegfried Heinze beobachtet. 1000 Leute drängen sich dann in der Stadtkirche – für Heinzes kein Moment, in dem Weihnachtsstimmung aufkommt.

„Die Gottesdienste um 18 und natürlich um 23.30 Uhr sind ruhiger“, weiß Christel Heinze, „aber wir gehen am Ersten Weihnachtstag, dann ist der Moment, ab dem für uns Weihnachten ist und der Stress abfällt.“ Und das wird auch in diesem Jahr so sein – trotz Sturmschäden: Weihnachten feiern Heinzes in ihrem zweiten Zuhause.

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