Wieso die geplante Mobilstation am Bahnhof Lünern so wichtig ist

dzBahnhof Lünern

Pendler aus Unnas Ostdörfern können sich freuen: Mit der Förderzusage des NWL für den Bau einer Mobilstation rückt ein „echter“ Pendlerparklatz in greifbare Nähe – nach jahrelangem Hin und Her.

Unna

, 20.06.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Januar 2014 war es, da ging der erste Antrag auf einen Pendlerparkplatz am Bahnhof Lünern im Unnaer Rathaus ein. Die Ortsunion Hellweg regte an, auf diese Weise die Attraktivität des Bahnhofes für Pendler zu erhöhen – und dem Wildparken rund um den „Haltepunkt“ ein Ende zu setzen. Sechs Jahre später ist das Vorhaben nun in greifbare Nähe gerückt.

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Fast 230.000 Euro hat der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) für den Bau einer sogenannten „Mobil-Station“ zugesagt. An diesen „Mobil-Stationen“ bündeln sich zwei oder mehr verschiedene Transportwege, also beispielsweise Bus und Bahn oder Bahn und Fahrrad oder Auto und Bahn.

In Lünern hat vor allem letzteres in den vergangenen Jahren immer wieder für Ärger gesorgt: Pendler, die ab Lünern mit der Bahn zu ihrem Arbeitsort fahren, parkten ihre Autos am Bahnhof.

„Am Bahnhof“ heißt aber: Rund um den Bahnsteig stehen die Autos in wilder Ordnung durcheinander – so, wie es gerade passt. Feste Parkbuchten oder Begrenzungen gibt es nicht.

Die rot-weiß-gestreiften Stangen rund um den Baum wurden vor einiger Zeit angebracht, nachdem sich Hinweise mehrten, dass der Baum durch zu nah parkende Autos beschädigt würde. Ein Baum musste bereits gefällt werden.

Die rot-weiß-gestreiften Stangen rund um den Baum wurden vor einiger Zeit angebracht, nachdem sich Hinweise mehrten, dass der Baum durch zu nah parkende Autos beschädigt würde. Ein Baum musste bereits gefällt werden. © Anna Gemünd

„Das haben vor allem die Bäume zu spüren bekommen, weil die Autos teilweise so dicht an ihnen geparkt waren, dass die Bäume beschädigt wurden“, sagt Werner Clodt. Er hat seit Jahren immer wieder neue Anträge ans Rathaus gestellt und Briefe geschrieben, um auf die Dringlichkeit eines „echten“ Pendlerparkplatzes für Lünern hinzuweisen. „Das war wirklich nicht einfach“, erinnert sich Clodt. Er ist froh, dass das Ziel nun endlich in Reichweite zu sein scheint.

Wo und wie können Autos sinnvollerweise rund um den Bahnhof Lünern parken? Wie können Fahrräder geschützt stehen? Diese Fragen beschäftigen Clodt seit Jahren; immer wieder hat er nicht nur mit der Stadtverwaltung, sondern auch mit Grundstücksbesitzern gesprochen. Jetzt zeichnet sich ab, dass die „Mobil-Station“ wohl zweiteilig aufgebaut sein wird: Überdachte Stellplätze für Fahrräder könnten dort entstehen, wo sie schon jetzt zu finden sind, nämlich nördlich der Bahnlinie.

In diesem Bereich südlich der Bahnlinie sollen die Stellflächen für Pendler entstehen. Der große Walnussbaum soll aber wohl stehen bleiben können.

In diesem Bereich südlich der Bahnlinie sollen die Stellflächen für Pendler entstehen. Der große Walnussbaum soll aber wohl stehen bleiben können. © Anna Gemünd

Parkende Autos sollen auf diesem Platz jedoch Geschichte sein: Bis zu zwölf Stellplätze können auf einem Grundstück südlich der Bahnlinie an der Lünerner Bahnhofstraße entstehen. „Wir brauchen beides: Platz für Fahrräder und Autos. Im Sommer stehen hier deutlich mehr Fahrräder und im Winter mehr Autos“, sagt Werner Clodt.

Wann der Startschuss für Lünerns Pendlerparkplatz tatsächlich fällt, ist noch nicht klar: Im Rathaus in Unna ist der Förderbescheid noch nicht eingegangen. Erst wenn dieser vorliegt, wird ein Bauzeitenplan erstellt.

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