Wiese und das Aluwerk beklagen sich gegenseitig

dzLandgericht

Wie auch immer die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft enden: Ein Fall für die Justiz ist der Streit zwischen Thomas Wiese und dem Aluwerk schon jetzt. Beide Seiten klagen gegeneinander. Es geht um Geld - viel Geld.

Unna

, 25.06.2019, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Aluwerk bestätigt eine Klage am Landgericht Dortmund gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden und Mehrheitsaktionär Thomas Wiese. Eine Anwaltskanzlei mit Sitz in Frankfurt solle dort die Interessen der Aktiengesellschaft durchsetzen. Es gehe um Forderungen in Höhe von 3,5 Millionen Euro, erklärt der heutige Aluwerk-Chef Volker Findeisen.

Werk will 3,5 Millionen Euro wiedersehen

Das Unternehmen verlange die Rückgabe von Vorauszahlungen, die Thomas Wiese in seiner Zeit beim Aluwerk an seine eigene Leiharbeitsfirma W.B. Metallbau geleistet habe, ohne dass danach entsprechende Arbeitsleistungen erbracht wurden. W.B. hat bis zum Ende der Zusammenarbeit ein Drittel der Personalressourcen im Werk gestellt.

Ende 2018 kündigte das Aluwerk aber die Zusammenarbeit auf, um den früheren Wiese-Beschäftigten eine Übernahme in die Stammbelegschaft anzubieten. Über 110 Menschen wurden innerhalb weniger Tage unter Vertrag genommen.

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Neben der Rückzahlung der Vorausleistungen will das Unternehmen die drei Luxus-Sportwagen in Besitz nehmen, die Wiese auf Rechnung des Aluwerks geleast haben soll. Ihr derzeitiger Standort ist dem Werk nicht bekannt. Gelistet werden sie auf einer Verkaufsseite im Internet. Die Preisvorstellungen für den Gumpert Apollo, den Mosler und den Mercedes SL 63 AMG Black Series summieren sich auf über eine Million Euro.

Wiese will noch Geld vom Werk

Zugleich führt aber auch Thomas Wiese Klage gegen das Aluwerk. Zwei Verfahren mit Wiese als Kläger sind beim Landgericht Dortmund zurzeit angemeldet. In einem geht es um Vergütungsansprüche, in einem anderen um „gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten“. Thomas Wiese und seine Frau Irene hatten die Forderungen des Aluwerkes als unbegründet zurückgewiesen.

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Die juristische Prüfung und Bewertung des Streites wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Verfahren seien relativ frisch. Ein tieferer Einstieg in die Materie erfolge im Regelfall erst, wenn dem Gericht der sogenannte „dritte Schriftsatz“ vorliegt, erklärt Gerichtssprecher Dr. Thomas Jungkamp: Auf die Klage erfolgt die Klageerwiderung des Beklagten und darauf dann die Replik des Klägers.

Weitere Klagen in Vorbereitung

Aluwerk-Chef Volker Findeisen erklärt, das Werk bereite weitere Klagen vor. Im November 2018 hatten die Aufsichtsratsvertreter des chinesischen Mehrheitsaktionärs Zhongwang Thomas Wiese das Vertrauen entzogen und ihn durch Volker Findeisen ersetzt. Zugleich leiteten sie interne Ermittlungen ein, um Unregelmäßigkeiten aufzuklären, die sie Wiese vorhalten.

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