Aluwerk Unna: Erfolg für Thomas Wiese - aber der Rechtsstreit geht weiter

dzEx-Vorstand

Der Bruch zwischen Thomas Wiese und dem Aluwerk beschäftigt Juristen auf verschiedenen Ebenen. Eine Straftat hat der frühere Mehrheitsaktionär wohl nicht begangen. Aber ausgestanden ist die ganze Sache noch nicht.

Unna

, 27.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Finanzierungsmodell für seine Supersportwagen war zumindest ungewöhnlich und zivilrechtlich wird das Thema noch ein Fall für das Landgericht bleiben. Doch die Verurteilung für eine Straftat muss Thomas Wiese offenbar nicht mehr fürchten. Die Staatsanwaltschaft stellt ihre Ermittlungen ein und legt den Fall zu den Akten.

Dabei scheint die Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft Dortmund die Vorwürfe des Aluwerks Unna an seinen früheren Mehrheitsaktionär und Vorstand Thomas Wiese genau geprüft zu haben. Nach Medienberichten über die außerordentliche Hauptversammlung der Aluwerkaktionäre hatte die Staatsanwaltschaft zunächst Vertreter des Unternehmens zum Gespräch gebeten und schließlich sogar eine Hausdurchsuchung auf Wieses Anwesen in Uelzen erwirkt. Dabei gab Wiese dann auch den Standort der Sportwagen bekannt sowie Schlüssel und Fahrzeugpapiere ab.

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Die Staatsanwaltschaft begründet die Einstellungen der Ermittlungen nun mit Paragraf 170, Absatz 2, der Strafprozessordnung. Das bedeutet, dass für den zuständigen Staatsanwalt kein hinreichender Tatverdacht einer strafbaren Handlung ersichtlich ist, die Verurteilung in einem Strafprozess also eher unwahrscheinlich wäre. Der Anfangsverdacht hatte sich gegen Thomas Wiese und seine Frau Irene gerichtet, ist aber in beiden Fällen nicht weiter zu erhärten gewesen.

Zivilrechtlich gibt es bereits einen Gerichtstermin

Das bedeutet allerdings noch nicht, dass Vorwürfe, wie sie bei der außerordentlichen Hauptversammlung zur Sprache gekommen sind, aus der Luft gegriffen wären. Sie stellen keine Straftat im Sinne des Gesetzes dar, können aber dennoch Ansprüche des Aluwerks verletzen. Das Werk verlangt von Wieses noch bestehender Firma W.B. Metallverarbeitung die Erstattung von Vorauszahlungen, die Wiese als Chef des Aluwerks für später nicht erbrachte Arbeitsleistungen seiner Zeitarbeitsfirma angewiesen hat. Und auch die Sportwagen, die Wiese über das Aluwerk geleast hat, möchte das Aluwerk als Pfand.

In Summe geht es um Forderungen in Höhe von rund drei Millionen Euro, die das Aluwerk an Wieses „W.B.“ stellt. Umgekehrt klagt aber auch Wiese gegen das Unternehmen, da er seine Abberufung als Vorstand vor rund einem Jahr als unwirksam betrachtet und ihm noch Vergütung zustehe.

Das Landgericht Dortmund bearbeitet zurzeit drei Klagen von Wiese gegen das Aluwerk. Ab Januar soll die erste davon verhandelt werden.

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