Richter rufen ersten Streitfall zwischen Thomas Wiese und dem Aluwerk zur Verhandlung auf

dzLandgericht Dortmund

Zwischen Thomas Wiese und dem Aluwerk Unna sind noch einige Streitfragen offen. Vier Klagen waren an das Landgericht Dortmund herangetragen worden. Nun rufen die Richter die erste zur Verhandlung auf.

Unna

, 17.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Rauswurf des Vorstandsvorsitzenden Thomas Wiese vor einem Jahr verband das Aluwerk Unna mit einer Reihe von Vorwürfen bezüglich persönlicher Verfehlungen.

Wirtschaftlicher Misserfolg, eigenmächtige Entscheidungen vorbei an den Kontrolleuren im Aufsichtsrat, unerklärlich hohe Vorauszahlungen an Wieses Privatfirma WB – die Unzufriedenheit mit Wieses Management im Werk war erkennbar groß, wie die Vertreter des chinesischen Mehrheitseigners Zhongwang bei einer außerordentlichen Versammlung der Aluwerkaktionäre erkennen ließen. Und dann war da noch Wieses ungewöhnliche Sportwagenfinanzierung.

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Vier Klagen lagen zwischenzeitlich dem Landgericht in Dortmund vor. Ungewöhnlich: Die Klageführer hießen in allen Fällen Wiese. Wobei „Wiese“ nicht immer den Thomas meint.

Die Investoren- und Reitsportfamilie arbeitet auch wirtschaftlich eng zusammen, bündelt diese Tätigkeit in der Familie Wiese GmbH, die ihrerseits Töchtergesellschaften wie den Personaldienstleister und Autohandel „WB Metallbau Service GmbH“ und die „Reitsport GmbH“ besitzt.

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Wer das Geflecht aufdröseln will, in das der Streit zwischen Thomas Wiese und seiner früheren Wirkungsstätte am Uelzener Weg eingebunden ist, nimmt am besten Stift und Papier zur Hand, um sich alles einmal aufzumalen. Ebenso komplex wie das Firmenkonstrukt der Wieses ist das der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

In einem ersten Prozess, den das Landgericht Dortmund nun zur Verhandlung aufruft, geht es daran gemessen um eine einfache Frage, nämlich um die, ob Thomas Wieses Rauswurf aus dem Aluwerk rechtens war. Am 20. Februar soll diese Frage in Dortmund verhandelt werden.

Thomas Wiese hält Rauswurf im Aluwerk Unna für unwirksam

Wiese soll laut Gericht die Haltung vertreten, seine Abberufung im November 2018 sei unwirksam. Sollte das Gericht diese Einschätzung teilen, dürften sich Folgefragen anschließen. Wiese könnte plötzlich wieder im Amt sein und hätte entsprechende Vergütungsansprüche.

Was dabei herauskommen wird, lässt sich naturgemäß nicht abschätzen – vor Gericht und auf hoher See ist man nach einer alten Weisheit in Gottes Hand. Mit einem ersten Verfahren um Vergütungsansprüche war Wiese am Landgericht Dortmund erfolglos – allerdings nicht aus sachlichen Gründen, sondern weil das Gericht gar nicht zuständig war. Im Vertrag hatten Wiese und das Aluwerk seinerzeit vereinbart, etwaige Fragen dieser Art vor einem Schiedsgericht zu klären, wenn sie denn aufkommen sollten.

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Zwei weitere Verfahren im Zusammenhang mit dem Bruch zwischen Wiese und dem Aluwerk sind aber noch in Dortmund in Bearbeitung. In einem geht es um die Sportwagen, die Wieses Firma WB zunächst an einen Leasinggeber aus München verkauft und dann über das Aluwerk zurückgeleast haben soll.

Wieses Sportwagen sind Streitgegenstand in einem eigenen Verfahren

Das Aluwerk erhebt Anspruch auf diese Wagen und begründet dies mit offenen Forderungen an Wieses WB, die 2018 hohe Vorauszahlung für dann gar nicht mehr erbrachte Arbeit im Aluwerk bezogen und behalten haben soll. Bis Ende 2018 wurde ein Teil der Arbeit im Aluwerk von Leiharbeitern erbracht, die bei Wieses WB angestellt waren.

Im vierten Verfahren im Zusammenhang zwischen Wiese und dem Aluwerk geht es um eine Darlehensfälligkeit.

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