Thomas Wiese will noch 280.000 Euro Gehalt vom Aluwerk Unna

dzNach Rauswurf

Nach seinem Rauswurf beim Aluwerk will der frühere Vorstand Thomas Wiese 280.000 Euro von seinem früheren Arbeitgeber. Beim Versuch, seine Forderungen durchzusetzen, unterläuft ihm aber ein Fehler.

Unna

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit zwei Klagen gegen das Aluwerk hat sich der frühere Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsaktionär Thomas Wiese an das Landgericht Dortmund gewandt. In einem der beiden Verfahren erlebt er nun einen Misserfolg: Wieses Klage um noch ausstehende Bezüge in Höhe von 280.000 Euro ist vom Landgericht für unzulässig erklärt worden.

Grund dafür: In seinem Vertrag mit dem Aluwerk stand eine sogenannte Schiedsabrede. Sie besagt, dass sich Wiese und das Werk im Falle einer juristischen Auseinandersetzung nicht an ein staatliches Gericht, sondern an ein Schiedsgericht wenden müssten.

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Warum sich Wiese dennoch an das Landgericht gewendet hat, ist unklar. Möglicherweise ist die Vereinbarung mit ihren Auswirkungen nicht berücksichtigt worden. Möglicherweise waren Wiese oder ein Rechtsbeistand aber auch der Auffassung, dass diese Schiedsabrede in der getroffenen Form ungültig sein könnte.

Letzteres hat das Landgericht geprüft und ausgeschlossen. Zugleich hat es damit bestätigt, dass die Schiedsabrede gültig ist. Wiese müsste also ein Schiedsgericht einberufen lassen, wie es im Vertrag beschrieben ist. Dieser Weg steht ihm allerdings weiterhin offen.

Thomas Wiese will noch 280.000 Euro Gehalt vom Aluwerk Unna

Das Aluwerk Unna arbeitet inzwischen wieder erfolgreich. 2019 soll mit einem positiven Jahresergebnis abgeschlossen werden. Unter Führung von Thomas Wiese gab es zuvor einen Verlust. © Udo Hennes

Inhaltlich ist mit der Bewertung des Landgerichtes noch gar nichts gesagt in der Frage, ob Wiese noch Ansprüche aus seiner Zeit als Vorstand des Aluwerkes anzumelden hat. Im November 2018 war er vom Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft vor die Tür gesetzt worden.

Unter Wiese schrieb das Aluwerk zuletzt Verluste

Erstmals seit der Jahrtausendwende hatte sich ein Geschäftsjahr mit Verlusten angebahnt. Zudem wirft der Aufsichtsrat Wiese Unregelmäßigkeiten vor. Dazu zählen unnötig hohe Vorrauszahlungen an Wieses Unternehmen W.B. Metallverarbeitung, das bis Ende 2018 ein Drittel des Personals im Werk bereitgestellt hat, und die Leasingverträge für drei Supersportwagen, die das Aluwerk stellvertretend für Wieses W.B. bezahlt hat.

Das Aluwerk meldet seinerseits Forderungen gehen Wiese an. Es will die Sportwagen sicherstellen und das Geld zurückbekommen, für das die Zeitarbeitsfirma W.B. keine Gegenleistung mehr erbracht hat. Dieses Verfahren beschäftigt ebenfalls das Landgericht in Dortmund, befindet sich dort aber noch in einer sehr frühen Phase.

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