So sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus. In Unna war das wegen seiner Brennhaare gefährliche Insekt in diesem Jahr wieder ein ernst zu nehmendes Problem. Die Plage geht nicht zurück. © picture alliance/dpa
Eichenprozessionsspinner

Wieder mehr Giftraupen: Stadt Unna verzichtet weiter auf Chemie

Unna erlebt eine weitere Saison mit giftigen Raupen in Eichen. Vorläufige Bilanz: Die Plage wird eher größer als kleiner. Die Stadt bleibt bei ihrer Bekämpfung mit mechanischen Mitteln.

Seit ein paar Jahren ist der Eichenprozessionsspinner ein beherrschendes Thema in vielen Orten. Es scheint ruhiger geworden zu sein um die giftigen Raupen, doch der Anschein trügt. Sie werden eher mehr. Die Antwort der Stadt Unna bleibt konservativ: absaugen, aber nicht vergiften.

Plage wird eher größer als kleiner

Mitte/Ende Juli seien immer noch vereinzelte Nester gemeldet worden, berichtete die Rathaus-Pressestelle auf Anfrage unserer Redaktion. Zuständig für die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner an Bäumen auf öffentlichem Grund sind die Stadtbetriebe. Und die Meldelage habe sich im Verlauf des Julis entspannt.

Insgesamt aber ist das Insekt, das einst für diese Breiten ein Exot war, immer noch präsent. Die Nester würden tendenziell etwas kleiner, aber von der Anzahl her nicht weniger. „Die Plage wird auf keinen Fall geringer, eher leicht steigend“, so Unnas Pressesprecher Christoph Ueberfeld.

Wo die Stadt Unna Eichenprozessionsspinner bekämpft, tut sie es auf diese Weise: Spezialisierte Schädlingsbekämpfungsfirmen saugen die Raupen und ihre Nester unter großem Aufwand ab.
Wo die Stadt Unna Eichenprozessionsspinner bekämpft, tut sie es auf diese Weise: Spezialisierte Schädlingsbekämpfungsfirmen saugen die Raupen und ihre Nester unter großem Aufwand ab. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Ein möglicher Grund: Es habe in den vergangenen Jahren überwiegend milde Winter gegeben, mit kaum längeren Frostphasen. Daher seien auch die Larven des Eichenprozessionsspinners nicht abgestorben. Vermutlich sei es dem Wintereinbruch von Anfang Februar zu verdanken, dass das Problem nicht noch schlimmer geworden ist.

Brennhaare für Menschen gefährlich

Eichenprozessionsspinner fressen das Laub von Eichen, können für die Bäume also zum Problem werden. Für den Menschen sind sie eine erhebliche Gesundheitsgefahr. In einem bestimmten Entwicklungsstadium haben die Raupen der Falter eine Vielzahl von Brennhaaren. Diese sind hauchdünn und brüchig. Bei Berührung können sie umherfliegen.

Es kann zu Hautreizungen, Augenentzündungen und Atemproblemen kommen – je nachdem, wie ein Mensch mit den Haaren in Kontakt kommt und wie empfindlich die Person reagiert. Die Raupen schlüpfen in der Regel ab Anfang Mai und entwickeln sich bis zur Verpuppung Ende Juni/Anfang Juli. Die Brennhaare in den Gespinsten können aber auch nachher noch gefährlich sein.

Die Raupen und ihre auffallenden Nestgespinste an Eichen sollen deswegen gemeldet werden. Sie seien in diesem Jahr wieder im ganzen Stadtgebiet aufgetaucht, so Stadtsprecher Ueberfeld. „Alle Stadtteile sind betroffen.“

Bekämpfung ohne Chemie

Wie die Tiere bekämpft werden, wird von Kommune zu Kommune unterschiedlich gehandhabt. Einige Städte setzen Gift ein, in Unna hingegen sieht man davon ab. „Die Nester werden wie auch schon im Vorjahr durch eine Fachfirma abgesaugt“, sagt Stadtsprecher Ueberfeld. Der Hintergrund ist ökologischer Natur: Die Verantwortlichen wollen gezielt die problematischen Insekten bekämpfen, andere aber nicht.

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Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf

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