Der Alltag von Schülerinnen und Schülern hat in den zurückliegenden Monaten ein plastisches Beispiel dafür gegeben, was „Digitalisierung“ sein kann. Die Stadt will nun weitere Projekte anschieben, die die Möglichkeiten der modernen Technik erschließen sollen. © picture alliance / Armin Weigel/dpa
Technik

Wie Unna aus der „Digitalisierung“ eine konkrete Zukunftsvision bauen will

Unna soll in vielen Bereichen des Lebens „digitaler“ werden. Die Stadt schiebt ein umfangreiches Projekt an, in dem bis zu 2,3 Millionen Euro für den sinnvollen Einsatz moderner Technik ausgegeben würden.

Die Digitalisierung ist in aller Munde und fühlt sich dort recht schwammig an. Was mit dem Modewort gemeint ist, deuten jene, die es verwenden, oft unterschiedlich. Gerade an diesem Punkt setzt Unna nun an.

Beim Blick auf andere Kommunen entdeckt die Kreisstadt oft einen „ungesteuerten Aktionismus“ und ein Nebenher diverser Leuchtturmprojekte, wie es nun in einem Papier aus der Verwaltung heißt. Unna will einen anderen Weg gehen, zunächst ein Jahr lang mit den Bürgern über eine Strategie für die Digitalisierung sprechen, die dann in einer zweiten „Phase“ von vier Jahren mit konkreten Projekten vorangetrieben werden soll.

Bis zu 2,3 Millionen Euro soll dies kosten. Fast 1,5 Millionen davon würde der Bund übernehmen, wenn eine jetzt geplante Bewerbung für das Förderprojekt Smart Cities des Bundes Erfolg hat.

Die Liste dessen, was sich in der Stadt „digitalisieren“ ließe ist lang. Prioritäten sieht die Stadt in den drei Bereichen „Sicherung und Entwicklung der Innenstadt“, „Mobilität und Verkehr“ sowie „Nachhaltigkeit“.

Konkrete Projekte für das schwer zu greifende Thema der Digitalisierung

Dem Laien mag es vielleicht schwer fallen, sich für so konkrete analoge Themen wie den Weg von A nach B eine digitale Lösung vorzustellen. Die Stadt denkt zum Beispiel über ein digitales Parkleitsystem, eine kluge Steuerung von Verkehrsflüssen und die „intermodale“ Vernetzung von verschiedenen Verkehrsmitteln nach. Zur „Nachhaltigkeit“ könnten lokal erhobene Umweltmessdaten beitragen, die Grundlage für Projekte zur Verringerung des CO2-Ausstoßes werden könnten. Aber auch eine Unna App, eine stärkere Erledigung von Verwaltungsvorgängen auf elektronischem Wege oder Infrastrukturen wie ein eigenes Rechenzentrum gehören zu dem Paket, auf das die Stadt ihre Kostenberechnung und ihren Förderantrag stützt. Den Handel in der Innenstadt will die Stadt mit einer digitalen Logistik unterstützen. Für die Stadtteilen denkt sie über digitale Supermärkte nach, die das zunehmende Problem der schwindenden Nahversorgung auf dem Dorf lösen könnte.

Ob dieses Paket vollständig zur Umsetzung kommt, ist noch nicht klar. Zunächst einmal muss die Stadt nun bis zum 14. März einen Förderantrag einreichen und dann hoffen, dass sie zu den Begünstigten in dem Modellprojekt zählen wird.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka
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