Werkstatt-Berufskolleg empfängt europäische Gäste in Unna

dzEuropaprojekt

Junge Menschen aus Unna suchen den Austausch mit Besuchern aus Weißrussland und Italien. Sie alle leben den europäischen Gedanken fernab des politischen Tauziehens in Brüssel und Straßburg.

Unna

, 12.07.2019, 10:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während die EU-Regierungschefs noch über Europas Zukunft streiten, sind Jugendliche grenzüberschreitend aktiv: Welche Kenntnisse, welche Erfahrungen brauchen wir für unsere „Lebenspraxis“? Das klären 20 junge Menschen aus dem Kreis Unna, aus Belarus und Italien vom 14. bis 25. Juli gemeinsam mit sieben erwachsenen Teamern in Ihrem Jugendcamp „Generation Europe“.

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. organisiert das Projekt, in dem das Unnaer Werkstatt Berufskolleg aktiv ist. Über drei Jahre arbeiten die Partner zusammen. Das Camp, diesmal in einer Jugendbildungsstätte im nahen Hattingen, ist einer der Höhepunkte.

2018 zu Besuch in Minsk

„Im vergangenen Jahr waren wir in Minsk“, berichtet Tatjana Meyer (21), die am Berufskolleg eine Ausbildung zur Sozialassistentin absolviert. Die 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung haben sie in Weißrussland bearbeitet. „Die Kontakte laufen weiter – per App oder Facebook“, sagt Dustin Januszewski (16).

Meist in englischer Sprache tauschen sich die Jugendlichen zwischen Italien, Deutschland und Weißrussland aus. Nicht nur über den Fortschritt bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den Heimatländern, weniger über große Politik, sondern häufig über Alltagsthemen.

So entstand das diesjährige Projektthema, erklärt Maik Keller (18), der am Berufskolleg gerade zum Fachabitur strebt: „Wir lernen viel, aber gerade die Vorbereitung auf die Lebenspraxis, wenn wir zuhause ausziehen, ist bisher kein Unterrichtsthema.“

Lebenspraxis als Schulfach

Woher bekomme ich eine Wohnung, wie zahle ich Miete, wo kaufe ich ein, wie finanziere ich ein eigenständiges Leben? Darauf muss der Nachwuchs in allen drei

Ländern eine Antwort finden. „Vielleicht wird daraus noch ein transnationales

Unterrichtsfach, wo die Jugendlichen die Lehrer unterrichten“, meint Kevin Ewe, Schulsozialarbeiter am Werkstatt-Berufskolleg.

Die Jugendlichen freuen sich jetzt erstmal darauf, die weißrussischen und italienischen Bekannten wieder zu sehen. Freundschaften sind so schon entstanden, sagen sie. Und neue werden geschmiedet.

Dieter Schulze, Schulleiter des Werkstatt-Berufskollegs: „Ich freue mich, dass sich die Jugendlichen unseres Berufskollegs sich hier so stark einbringen. Projekte gemeinsam mit unseren europäischen Partnern sind ein wichtiger Bestandteil des Werkstatt-Berufskollegs.“

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