Werbepartner als Lösung für Unnas Toilettenproblem

dzBarrierefreie WC

Die öffentlichen Toiletten in der Innenstadt von Unna bleiben ein Ärgernis: Dass man sie kennen muss, um sie zu finden, trifft praktisch jedermann. Doch gebrechlichen oder gar behinderten Menschen hilft auch das nicht viel, sind die Anlagen doch nur zum Teil barrierefrei.

Unna

, 26.09.2018, 16:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stetigen Forderungen des Unnaer Behindertenbeirates schließt sich nun auch die Senioren-Union an: Sie fordert die Einrichtung zusätzlicher Toilettenanlagen und verweist dabei auf ein Angebot, das für die Stadt mit einem wohl überschaubaren Aufwand zu nutzen wäre: Die Firma Wall, die in Unna schon viele Buswartehäuschen gratis aufgestellt hat, um dort Werbeflächen zu vermarkten, habe auch eine barrierefreie City-Toilette im Angebot. „Dann müsste die Stadt nur entsprechende Flächen zur Verfügung stellen“, meint der Vorsitzende der Seniorenunion, Franz Rottinger.

Welche Umsetzungsaussichten der Vorschlag der CDU-Senioren hat, ist vorerst nicht abzusehen. Ihr Antrag wird in den politischen Beratungsgang eingehen und auch von der Stadtverwaltung bewertet werden. Danach zeigt sich, ob die Idee einer werbefinanzierten Toilettenanlage mehrheitsfähig ist. Die Problemlage allerdings wird im Prinzip fraktionsübergreifend ähnlich gesehen.

Wen beim Besuch der Innenstadt ein plötzliches Bedürfnis überkommt, der braucht schon etwas Ortskenntnis, um sich zivilisiert erleichtern zu können. Die Stadt hält auf ihrer Internetseite sogar eine Liste öffentlicher beziehungsweise öffentlich zugänglicher Toiletten bereit. Doch auch diese Liste ist eher kurz, was ausgewiesene Behindertentoiletten angeht. Nur Rathaus, ZIB und Katharinen-Hospital sind damit ausgestattet. Das bedeutet lange Wege.

Die Seniorenunion denkt beim Toilettenthema nicht nur an Behinderte und Senioren, sondern auch an die jüngere Generation. Bei einer größeren Anlage etwa wäre vielleicht auch Platz für einen Wickeltisch, gibt Rottinger zu bedenken. Auch daran mangelt es in Unna. Die wenigen Angebote sind zudem wenig bekannt.

Ein großes Thema auf öffentlichen Toiletten sei überdies immer die Sauberkeit. An dieser Stelle machen die CDU-Senioren dann sehr wohl einen Unterschied zwischen den eingeschränkten Mitgliedern der Gesellschaft und dem gesunden Jedermann: Für neue Behindertentoiletten regen sie einen begrenzten Zugang an. Behinderte könnten die Anlagen mit ihrem genormten Euro-Schlüssel öffnen, andere Nutzer vielleicht gegen Gebühr Zutritt erlangen. Die eingeschränkte Nutzung könnte dann auch den Reinigungsaufwand für die Anlagen auf ein vertretbares Maß reduzieren.

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