Wer Olympia-Medaillen will, braucht auch Eishallen wie in Unna

dzStellungnahme des Deutschen Eishockeybundes

Die Debatte um die Eishalle erregt Aufsehen in der deutschen Eishockeywelt. Und es ist kein gutes Licht, das auf Unna fällt. Sogar der Eishockey-Bundestrainer zeigt sich besorgt um den Sportnachwuchs in Unna.

Königsborn

, 12.10.2018, 14:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) verfolge „mit großem Interesse und gewisser Besorgnis“ die Diskussionen um die Zukunft der Eissporthalle Unna. So steht es in einem Schreiben, das die Initiative „Unna braucht Eis“ von dem Verband mit Sitz in München erhalten hat. Der Verband dankt „Unna braucht Eis“ für sein Engagement und bietet an, Kontakt mit erfahrenen Planungsbüros herzustellen, wenn es um eine Sanierung der Eissporthalle geht. Verbandsfachleute könnten auch ihre eigene Expertise einbringen, schreibt Michael Pfuhl, Generalsekretär des DEB. Auch zu persönlichen Treffen mit Vertretern der Stadt sei der DEB bereit, um „von der Notwendigkeit des Fortbestands der Eissporthalle Unna zu überzeugen“.

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Der Erhalt der Halle sei „unerlässlich für den Fortbestand aller Eissportarten in Unna und der gesamten Region“, schreibt Pfuhl. Unna sei aus fast ganz NRW innerhalb einer Stunde erreichbar, und die Eishalle genieße mit „vielfältigem Sport- und Freizeitangebot besondere Beliebtheit bei Jung und Alt in einem großen Einzugsgebiet“. Hohe Besucherzahlen in den vergangenen Jahren seien Beleg dafür. Der DEB erinnert an Trainingscamps für Kinder und Jugendliche, Stützpunkttrainings und Rekrutierungsmaßnahmen.

Wer Olympia-Medaillen will, braucht auch Eishallen wie in Unna

Im Rahmen von Feriencamps trainierten Hunderte Kinder in der Unnaer Eissporthalle. © Udo Hennes

Profiteams hätten die Eishalle in Unna als Ausweich-Trainingsstätte genutzt.

Der DEB argumentiert aber auch über den Sport hinaus. Ein weiteres Argument für den Erhalt der Eissporthalle Unna sei „ohne Zweifel ihre gesellschaftspolitische und integrative Bedeutung in einer sozial schwachen Region“. Die Eishalle sei seit über 40 Jahren „zentraler Anlaufpunkt für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren“ und trage auch zur Integration von Migranten und Behinderten bei. Sie gelte zudem als geschützter Bereich, sei frei von Drogen, Alkohol und Zigaretten.

„Die angedachte Schließung der Eissporthalle Unna ist leider die denkbar schlechteste aller Optionen.“
Marco Sturm, Eishockey-Bundestrainer

Der „Jogi Löw des Eissports“ kommt in dem Schreiben auch zu Wort. Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm erklärt, dass „Erfolge, wie der Gewinn der olympischen Silbermedaille 2018 in Südkorea nur dann die gewünschte Nachhaltigkeit erreichen können, wenn wir die Basis unserer jungen deutschen Talente ständig verbreitern“. Vereine wie die, die bisher in der Eissporthalle Unna ihre Heimat hatten, leisteten dazu einen großen Beitrag durch die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „Die angedachte Schließung der Eissporthalle Unna ist leider die denkbar schlechteste aller Optionen“, so Bundestrainer Sturm.

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