Wenn der Laptop im Unterricht zum ganz normalen Arbeitsmittel wird

dzDigitalisierung

Die Werner-von-Siemens-Gesamtschule hat eine Vorreiterfunktion, wenn es um den digitalisierten Unterricht geht. Der Umgang mit Laptop ist für die Schülerinnen und Schüler dort Alltag.

Unna

, 09.12.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die jüngste Sitzung des Schulausschusses hat deutlich gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung in den Schulen ist. Der Medienentwicklungsplan, der aktuell entwickelt wird, verfolgt ehrgeizige Ziele. Lob des Gutachters heimst aber schon jetzt die Werner-von-Siemens-Gesamtschule in Königsborn ein. Und das aus gutem Grund, ist sie doch die einzige Schule in Unna, an der alle Schülerinnen und Schüler mit Laptops arbeiten können.

„Natürlich achten wir darauf, dass das Verhältnis ausgewogen ist. Unsere Schülerinnen und Schüler müssen natürlich auch noch handschriftlich arbeiten“, macht die Abteilungsleiterin für die Klassen 5 bis 7, Britta Porsche, deutlich, dass auch diese Kompetenzen nicht verloren gehen sollen.

Jetzt lesen

Beim Tag der offenen Tür hatten angehende Fünftklässler bereits Gelegenheit, digitalen Unterricht zu beobachten. Lehrer Sebastian Vieth arbeitete in einem Klassenraum mit den Kindern, die im vergangenen Sommer eingeschult wurden. Vor ihnen auf den Tischen standen aber nicht nur Laptops, sondern auch Calliopes. Das sind kleine Taschencomputer.

Schnelle Erfolge, die motivieren

Die Calliopes verfügen über viele Sensoren, LEDs und einen Lautsprecher. Sie lassen sich sehr einfach programmieren. Alles basiert auf wenn-dann-Beziehungen und fördert somit auch das logische Denken. „Das Tolle ist, dass sich damit schnelle Erfolge erzielen lassen“, erklärt Sebastian Vieth.

Der Lehrer nennt ein Beispiel: Die Mädchen und Jungen könnten ihren Calliope etwa so programmieren, dass sich ein Schriftzug mit ihrem Namen über das Display des kleinen Gerätes bewegt. In einem weiteren Schritt können dann auch Töne programmiert werden, sodass kleine Melodien zu den Namenszügen erklingen. „Die Schülerinnen und Schüler haben da auch schon einmal kleine Wettbewerbe gemacht, wer die schönsten Lieder hat, erinnert sich der Lehrer.

„Das Ganze motiviert die Schülerinnen und Schüler sehr“, weiß auch Jörg Nies, Abteilungsleiter für die Klassen 8 bis 10.

Jetzt lesen

Die Arbeit mit den kleinen Computern ist an der Gesamtschule in Königsborn kein Projekt, sondern bildet die Basis für das, was die Schülerinnen und Schüler in späteren Jahren erlernen. Für sie wird der Laptop zum ganz normalen Arbeitsmittel – so, wie es anderswo Lineal und Zirkel sind.

Laptops und Calliopes werden fächerübergreifend eingesetzt und spielen auch in den „Lernzeiten“ an der GeK eine Rolle. Die „Lernzeiten“ ersetzen die Hausaufgaben, die es durch einen Runderlass des zuständigen NRW-Ministeriums an Ganztagsschulen schon seit dem 1. August 2015 nicht mehr gibt. Diese Regelung gilt allerdings nicht für die Sekundarstufe 2 – also ab Klasse 11.

„Lernzeiten“ fördern Schülerinnen und Schüler

Für Britta Porsche und Jörg Nies haben diese „Lernzeiten“ einen ganz besonderen Vorteil. „Das fördert das selbstgesteuerte Lernen“, sagt Nies. Soll heißen: Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich selbst zu organisieren, Zeiten einzuteilen und Schwerpunkte zu setzen. Das sind Fähigkeiten, die die Kinder und Jugendlichen in jeder Phase ihres Lebens brauchen werden, beruflich wie privat.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Innenstadt
Noch weihnachtet es in Unna: Warum Ende Januar noch Reste der Festbeleuchtung hängen
Hellweger Anzeiger Elektromobilität
Emissionsfrei und entschleunigend: Drei Freunde und Zoé stromern nach Südfrankreich
Hellweger Anzeiger Gesundheitswesen
Testlauf in Pflegeheimen: Gesundheitsnetz Unna führt elektronische Arztvisite ein
Meistgelesen