Wendehammer für Autos soll Königsborner Tor für Radler sicherer machen

dzHammer Straße

Die Geschichte der Verkehrslenkung am Königsborner Tor bekommt ein neues Kapitel. Ein Wendehammer soll die Hammer Straße für Radler sicherer machen. Und das nächste Kapitel wird auch schon geplant.

Unna

, 16.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seitdem der südliche Zipfel der Hammer Straße mit einem Sperrpoller in zwei Sackgassen geteilt wurde, ist kaum ein Verkehrsknotenpunkt so intensiv und kontrovers diskutiert worden wie dieser. Autos sollten nicht mehr wie bisher durchfahren, damit Fußgänger und Fahrradfahrer aus der Bahnunterführung sicherer zur Hammer und dann Friedrich-Ebert-Straße gelangen.

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Nun soll ein Wendehammer eingezeichnet werden. Diese Planung gab die Stadtverwaltung kürzlich im Beirat Fahrrad bekannt. Der Hintergrund ist ein häufig auf der Hammer Straße zu beobachtendes Verhalten: Autofahrer fahren von der Leibniz- oder Friedrich-Ebert-Straße kommend bis zum Poller, um Menschen zum Zug zu bringen oder vom Bahnhof abzuholen. Dann rangieren sie in mehreren Zügen vor und zurück, um die Sackgasse wieder zu verlassen.

Viele kritische Beobachter halten das für gefährlich: Schwächere Verkehrsteilnehmer kommen durch die Unterführung aus der Innenstadt und gehen oder radeln genau in diesen Rangierbereich.

„Kiss-and-Ride“-Plätze vor neuem Wendehammer

Jetzt will die Stadt die Verkehre besser lenken und möglichst voneinander trennen. Wird der Plan umgesetzt, funktioniert es künftig im Idealfall so: Autos halten auf einem von zwei „Kiss-and-Ride“-Plätzen am Straßenrand zwischen Leibnizstraße und italienischem Restaurant. Haben die Fahrer ihre Passagiere aus- oder eingeladen, fahren sie ein Stück weiter in den neuen Wende-Kreis und drehen dann in Richtung Friedrich-Ebert-Straße. Sie würden dabei ausschließlich vorwärts fahren. Das bisher oft praktizierte „Rückwärts-Gehampel“, so Baudirektor Michael Ott, wäre nicht mehr nötig.

Ziel: Verkehr entzerren

Eventuell könnte zusätzlich auf der anderen Seite des Pollers ein „Kiss-and-Ride“-Platz eingerichtet werden. Der Vorschlag von Uwe Kornatz, sachkundiger Bürger der SPD, traf überwiegend auf Zustimmung. Der Verkehr könne noch weiter entzerrt werden, indem man Autofahrern eine weitere Möglichkeit anbietet, den Punkt in Bahnhofsnähe zu erreichen.

Planung in Richtung Fahrradstraße

Gedankenspiele für eine weitere fahrradfreundliche Umgestaltung der oberen Friedrich-Ebert-Straße sind offenbar auch schon weiter gediehen. Baudirektor Ott deutete an, dass der Wendehammer gut in eine künftige Überplanung des weiteren Straßenverlaufs in Richtung Viktoriastraße passen könnte. Eine Fahrradstraße sei hier eine „sehr prüfenswerte Option“, so Ott. Ein Antrag dazu vom ADFC liegt bereits vor.

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