Schulleiter Gabriel Rosenberg ist dankbar für zwei neue Laptops, überreicht von Anja Josefiwitz und Katja Sträde vom Bündnis für Familie des Kreises. © Vivien Nogaj
Digitalisierung

Weiterhin Engpass an digitalen Endgeräten in Grundschulen – Spenden willkommen

Digitale Endgeräte an Schulen sind weiterhin benötigt. Die Nicolaischule in Unna freut sich nun über zwei Laptops, die eine Holzwickeder Firma gespendet hat.

Obwohl der Unterricht an Grundschulen für Kinder wechselweise wieder in Präsenzform stattfindet, werden digitale Endgeräte weiterhin benötigt. Gabriel Rosenberg, Schulleiter der Nicolaischule in Unna, freut sich nun über den Erhalt zweier Laptops, die er als eine der ersten Schulen kreisweit vom Bündnis für Familie des Kreises Unna überreicht bekommen hat.

Das Bündnis für Familie will jene Eltern und Kindern unterstützen, die technisch nicht gut ausgestattet sind. Demnach hat es kreisweit Firmen aufgerufen, gebrauchte Laptops, die nicht benötigt werden, zu spenden. Die Firma Rhenus Logistics aus Holzwickede ist diesem Aufruf gefolgt und hat nun 30 gebrauchte, voll funktionsfähige Laptops abgegeben, die nun an die Grundschulen im Kreis Unna verteilt werden.

„Mittlerweile sind es nicht nur die Kinder von berufstätigen Eltern, die zur Notbetreuung kommen, sondern auch solche, die Zuhause keine Möglichkeit zum digitalen Lernen haben.“

Gabriel Rosenberg, Schulleiter Nicolaischule

Nach wie vor Schüler ohne digitales Endgerät

Warum diese nach wie vor benötigt werden, erklärt Schulleiter Rosenberg so: „Es gibt immer noch Kinder, die kein eigenes Endgerät haben, für den Distanzunterricht aber darauf angewiesen sind.“ Etwa finden an der Nicolaischule für jene Schüler im Distanzunterricht zwei Mal pro Tag Videokonferenzen statt. Ziel ist es, dass so jedes Kind erreicht wird und den Anschluss nicht verliert.

In Fällen, in denen Kinder den Videokonferenzen nicht folgen können, werden sie gerne auch zur Notbetreuung in die Schule berufen: „Mittlerweile sind es nicht nur die Kinder von berufstätigen Eltern, die zur Notbetreuung kommen, sondern auch solche, die Zuhause keine Möglichkeit zum digitalen Lernen haben“, sagt der Schulleiter. „Auch hat uns das Jugendamt nahelegt, einige Kinder besser in der Schule zu betreuen.“ Eben diesen kommen die Laptops auch zugute. Aktuell seien 34 schuleigene Endgeräte vorhanden, aber 37 Kinder zur Notbetreuung angemeldet. Umso wichtiger seien daher Spenden von außen.

Zwei Mal pro Tag sehen Schüler an der Nicolaischule ihre Lehrkraft per Videokonferenz. Bei Nachfragen sind die Lehrer auch zwischendurch erreichbar – ein Endgerät bildet dabei aber eine Voraussetzung.
Zwei Mal pro Tag sehen Schüler an der Nicolaischule ihre Lehrkraft per Videokonferenz. Bei Nachfragen sind die Lehrer auch zwischendurch erreichbar – ein Endgerät bildet dabei aber eine Voraussetzung. © privat © privat

Auch Eltern haben privat unterstützt und Geräte gespendet

Dankbar sei Rosenberg etwa dafür, dass sich in der Vergangenheit auch Eltern bereiterklärt hatten, digitale Endgeräte abzugeben: „Einige haben zum Beispiel bei einem neuen Handyvertrag ein Tablet dazu bekommen, das sie gar nicht benötigen“, so der Schulleiter. Kinder aus sozial schwächeren Familien könnten so gut versorgt werden. Dennoch bestünde weiterhin ein Engpass: „Wir hoffen also wieder auf Spenden, damit die bedürftigen Kinder zu Hause im Lernen auf Distanz noch besser unterstützt werden können“, so Gabriel Rosenberg.

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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Vivien Nogaj
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