Kritik an Plänen für ein neues Einkaufszentrum in Massen reißt nicht ab

dzAnsiedlungen

Mit dem Austausch Aldis durch Lidl will Investor Robert Löer Kritikern eines Einkaufszentrums in Massen entgegenkommen. Ob es ihm gelingt, ist fraglich. Die Grünen wenden eines seiner Argumente gegen ihn.

Unna

, 07.02.2020, 13:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kritik an den Supermarktplänen für die Massener Bahnhofstraße verstummen zu lassen vermögen offenbar auch die Planänderungen nicht, die Entwickler Robert Löer nun vorgestellt hat. Im Gegenteil: Unnas Bündnisgrüne wenden sich mit einer eigenen Stellungnahme an die Öffentlichkeit, erklären anhaltende Ablehnung des Gesamtprojektes und stützen sich dabei gerade auf eines der Argumente, die Löer nun vorträgt.

Der Investor hatte überraschend angekündigt, die geplante Supermarktfläche von 1200 Quadratmetern nicht an Aldi, sondern an den Erzrivalen Lidl zu vergeben. Für Aldi wäre ein Markt in Massen ein gänzlich neuer Standort geworden, während Lidl den Neubau als Ersatz für den Markt an der Hansastraße beziehen würde.

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Löer rechnet vor, dass der Zugewinn an Discounterflächen somit nur 400 Quadratmeter betrage und hofft damit, Sorgen vor einer zu großen Konkurrenz für Massens Rewe-Markt zu lindern. Die Grünen allerdings argumentieren nicht allein wirtschafts-, sondern auch umweltpolitisch: Für nur 400 Quadratmeter mehr die letzte zusammenhängende Grünfläche in Massen zu versiegeln, sei nicht gerechtfertigt.

Edeka hat bereits einen Mietvertrag unterschrieben

Tatsächlich greifen die Argumente von beiden Seiten etwas kurz. Löers Rechenwegen zu den lediglich 400 Quadratmetern Discounterzuwachs ist nur dann korrekt, wenn der heutige Markt von Lidl aus der Rechnung herausfällt. Sollte sich eine der anderen am Markt tätigen Discountketten mit den 800 Quadratmetern an der Hansastraße begnügen und dort Lidls Nachfolge antreten, würde im Massener Einzugsgebiet ein ähnliches Ergebnis eintreten wie bei einem Zuzug Massens an die Bahnhofstraße.

Auf der anderen Seite ist der geplante Discounter nur einer von mehreren Mietern in dem Gesamtprojekt. Und was die mögliche Konkurrenz für den heutigen Handelsbesatz rund um den Hellweg angeht, schaut Rewe vermutlich weniger auf die Discounter im Umfeld als auf den ebenfalls geplanten Edeka-Markt, für den es inzwischen einen Mietvertrag gibt.

Grüne gegen Flächenversiegelung für Wirtschaft

Die Grünen indes erinnern an Unnas Bekenntnis zum Klimaschutz und empfehlen daher, keine weiteren Grünflächen mehr für den Einzelhandel aufzugeben. Stattdessen könne die Fläche westlich der Massener Bahnhofstraße sogar noch ökologisch aufgewertet werden. Mit weiteren Bäumen, mit Pfaden und Bänken versehen würde er den Menschen in Massen zudem Aufenthaltsqualität bieten.

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