Es ist Tradition, dass die Verbraucherzentrale an einem Tag in einer Bude des Unnaer Weihnachtsmarktes präsent ist. Das Anliegen in diesem Jahr: Wie feiern wir das Weihnachtsfest bewusster.

Unna

, 05.12.2019, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gänsebraten, Knödel, Bratäpfel und Plätzchen satt: An Weihnachten kommt in den meisten Familien etwas Besonderes auf den Tisch. „Doch vielen Leckermäulern ist nicht klar, wo die Lebensmittel herkommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden“, erklärt Uta Wippermann-Wegener von der Umweltberatung der Verbrau­cherzentrale Unna. Manchen Genießern würde der Bissen im Hals stecken bleiben, wenn sie wüssten, welche ökologischen Nachteile so manche Delikatesse mit sich bringt bevor sie zu Weihnachten auf dem Teller lan­det.

Quiz noch bis Donnerstag

Die Umweltberatung informierte nicht nur zahlreiche Weihnachtsmarktbesucher, sondern lud sie auch ein, an einem Quiz teilzunehmen. Wer fünf Fragen richtig beantwortet, kann einen Weihnachtskorb mit nachhaltigen Leckereien und Artikeln (z.B. Coffee-to-go-Mehrwegbecher, Gemüseeinkaufsnetz, Kochbuch „Kreative Resteküche“) gewinnen. Und das Beste: Wer nicht auf dem Weihnachtsmarkt war, kann bis Donnerstag, 12. Dezember, während der Öffnungszeiten auch noch in der Umweltberatungsstelle daran teilnehmen.

Weihnachten nachhaltig feiern: Das sind die Tipps der Verbraucherzentrale

Diesen „Nachhaltigkeits-Geschenkkorb“ können alle Quizteilnehmer gewinnen. © Marcel Drawe

Unabhängig von dem Quiz empfiehlt Uta Wippermann-Wegener, schon die Ein­kaufsplanung für das Weihnachtsfest auf biologische, regionale und fair produzierte Lebensmit­teln zu lenken. Zum festlichen Menü und zur erlesenen Weihnachtsbä­ckerei steuern die Umweltberaterinnen aus Unna die nötigen Hinweise bei, die dabei helfen, dass der Festschmaus zu einem nachhaltigen Genuss ohne Reue wird:

  • Weihnachtsgans aus artgerechter Haltung: In Deutschland wer­den Gänse überwiegend im Freien auf Weiden gehalten. Bei reich­lich Bewegung und Auslauf fühlen sich die Tiere wohl und ihr Fleisch schmeckt sehr aromatisch. Gänsefleisch in dieser Qualität wird bei Direktvermarktern in Hofläden, auf Wochenmärkten und in einigen Metzgereien verkauft. Allerdings ist das heimische Gänseangebot knapp bemessen: Groß ist dagegen das Angebot an Importwaren. Wer Bio-Gänse oder Fleisch von Gänsen mit der Bezeichnung „Freilandhaltung“, „bäuerliche Freilandhaltung“ oder „bäuerliche Freilandhaltung unbegrenzter Auslauf“ kauft, ist auf der sicheren Seite, dass das Tier aus tiergerechter Haltung stammt.
  • Obst und Gemüse aus der Region und/oder in Bio-Qualität: Ob Kürbis, Schwarzwurzeln, Feldsalat, Äpfel oder Birnen – eine reichhaltige Palette an heimischem Wintergemüse und -obst sorgt für tägliche Abwechslung auf dem Speiseplan. Direktvermarkter und Landwirte bieten häufig Waren aus eigenem Anbau an – und zwar zur passenden Erntezeit. Prinzessböhnchen aus Kenia etwa finden nur per Flugzeug den Weg zum hiesigen Gemüsestand. Der Transport durch die Luft verursacht je Tonne Lebensmittel und Kilometer bis zu 220 Mal mehr Treibhausgase als der Hochseeschiff-Transport und bis zu 15 Mal mehr als Transporte per Lkw.
  • Fair gehandelte Süßigkeiten und Getränke: Wenn fair gehandel­ter Kaffee, Säfte, Mangos oder Schokolade den Speiseplan bereichern, erhalten die Produzenten aus Afrika, Asien oder Süd­amerika garantierte, existenzsichernde Mindestpreise für ihre Pro­dukte. Außerdem werden diese Produkte ohne Kinderarbeit herge­stellt. Ein Großteil der Fairtrade-Produkte trägt zusätzlich das Biosie­gel. Für den Weihnachtsteller gibt es viele leckere Schokoladensor­ten, Trockenobst, Nüsse und andere Köstlichkeiten. In der privaten Weihnachtsbäckerei sollten ausschließlich ökologische und fair gehandelte Zutaten – also Zucker, Butter, Mehl, Nüsse, Gewürze, Schokolade und Zitronen verwendet werden. Viele fair gehandelte Produkte machen sich zudem gut in einem liebevoll ausgesuchten Präsentkorb.
  • Richtig planen/kreative Resteküche: Über die Hälfte aller Lebensmittelabfälle im Haushalt sind vermeidbar. Im Durchschnitt wirft heute jeder Bundesbürger im Jahr 80 Kilogramm Lebensmittel weg. Eine gute Planung des Weihnachtsmenüs verhindert das zu viel Essen übrig bleibt und wir tun Gutes für die Umwelt, den Klimaschutz und schonen gleichzeitig unseren Geldbeutel.

Tipps zu einem Festschmaus mit gutem Gewissen und Informationen rund um das Thema „Nachhaltig Weihnachten feiern“ erhalten Interessierte bei der Umweltberatung der Verbraucherzentrale Unna, Rathausplatz 21. Geöffnet ist diese dienstags und freitags von 9.30 bis 13.30 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Die Beraterinnen sind auch unter Tel. (02303) 592505 oder per E-Mail an unna.umwelt@verbraucherzentrale.nrw zu erreichen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Weiterführende Schulen
Die meisten Viertklässler wechseln in Unna zu Gymnasien, Realschule hat weniger Anmeldungen
Meistgelesen