Schwierige Amtsbriefe oder Schulden: Seit 2013 helfen die „Lebenslotsen“ unkompliziert

dzSozialberatung

Die „Lebenslotsen“ in Massen sind seit sieben Jahren eine feste Anlaufstelle für Menschen, die Rat suchen. Jetzt kommt eine neue Frau ins Team.

Massen

, 20.01.2020, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon am ersten Arbeitstag war Lydia Werner begeistert: „Ich wurde nicht nur von allen unfassbar herzlich empfangen; auch die Hilfesuchenden, die kamen, hatten keinerlei Berührungsängste“, erzählt die Sozialarbeiterin von ihrem Einstand bei der Sozialberatung „Lebenslotse“ am 13. Januar. Lydia Werner ist „die Neue“ im Team der Lebenslotsen, ihr zur Seite steht weiterhin Volker Risse.

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Und der ist genauso wie Pfarrer Jürgen Eckelsbach froh, dass der hauptamtliche Part der Sozialberatung nahtlos wieder besetzt werden konnte, nachdem Jochen Laible seine Beratungstätigkeit aufgrund einer beruflichen Veränderung aufgeben musste. „Das Projekt Lebenslotse ist damals auch mit einer Frau gestartet und ich bin froh, dass wir nun wieder eine dabei haben. Frauen sehen viele Dinge einfach nochmal anders als Männer; sie sind empathischer“, sagt Risse.

Das Projekt

Beratung durch die „Lebenslotsen“

  • Das Projekt „Lebenslotse“ bietet seit 2013 das Angebot einer kostenlosen Sozialberatung.
  • Jeden Montag sind Volker Risse und Lydia Werner während der Öffnungszeiten der Tafel von 11 bis 13 Uhr im Melanchthonhaus an der Kleistraße vor Ort.
  • Die Beratung erfolgt völlig unabhängig von Konfession oder Wohnort.
  • Finanziert wird das Beratungsangebot durch die Evangelische Kirchengemeinde Massen, die in Kooperation mit der Diakonie Ruhr-Hellweg das Projekt anbietet. Aktuell ist die Finanzierung bis Ende 2020 gesichert.

Neben der Empathie bringt Lydia Werner vor allem aber auch ihre Erfahrungen aus ihrer Arbeit im Ambulant Betreuten Wohnen mit in die Sozialberatung ein. „Dass der Bedarf eines solchen Beratungsangebotes vorhanden ist, sehe ich jeden Tag“, sagt die Sozialarbeiterin.

Das niederschwellige, unkomplizierte Beratungsangebot, das die „Lebenslotsen“ bieten, habe sie sofort gereizt: „Hier gibt es sehr kurze Wege zu einer Beratung, man kommt einfach mit seinem Problem und es wird einem geholfen – wo gibt es das schon?“ Schon bei ihrer ersten gemeinsamen Sprechstunde mit Volker Risse am 13. Januar habe sie gemerkt, wie wichtig es für viele Hilfesuchenden sei, sich ihre Sorgen einfach mal von der Seele zu reden.

„Solche Entlastungsgespräche können schon sehr helfen“, weiß Werner, „und allein der Rat, dass wir vielleicht nicht mehr weiterhelfen können und derjenige sich rechtlichen Beistand suchen sollte, hilft oft schon viel, denn er bringt Klarheit für die Betroffenen.“ Deren Probleme drehen sich meistens um Sozialhilfeangelegenheiten, Schulden oder familiäre Probleme.

Insgesamt 406 Menschen haben die „Lebenslotsen“ seit dem Start im Januar 2013 beraten. Wobei Volker Risse diese Zahl erweitert betrachtet sehen möchte: „In der Regel hängen an einem Menschen, den wir hier beraten, drei weitere Menschen dran.“ Längst berät der „Lebenslotse“ auch nicht mehr „nur“ zu den Sprechzeiten montags im Melanchthon-Haus. „Es hat sich vieles auch auf Hausbesuche und Telefonate verlagert“, sagt Risse. Der Bedarf, sich schnell und unkompliziert Hilfe zu holen, bleibt ungebrochen.

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