Wattestäbchen helfen bei der Sanierung der Steine an der Unnaer Stadtkirche

dzKirchturm

Weiße Stäbchen in alten Steinen: Ein Projekt an einer abgebauten Fiale der Stadtkirche sieht aus wie ein Experiment. Fachleute wollen herausfinden, wie sie die Steine sanieren können.

Unna

, 04.09.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einige dünne Stäbe, die wie Wattestäbchen aussehen, ragen aus einem der Steinklötze, die derzeit an der Stadtkirche gelagert werden. Sie sind mit einer Flüssigkeit verklebt in dem Sandsteinquader, der Teil einer der vier abgebauten Fialen ist. Wie berichtet ist die komplette Umrandung inklusive der steinernen Zierelemente vom Kirchturm abgebaut worden.

Mit Stäben gespickte Steinblöcke

Die Sandsteinblöcke, Wasserspeier und Brüstungsteile sollen am Boden restauriert und nachher wieder oben am Kirchturm angebaut werden. „Es wird gerade ermittelt, wie es mit der Aufarbeitung weitergeht“, erklärt Dietrich Schneider vom Evangelischen Kirchenkreis.

An dem auffallend gespickten Steinblock werde gerade eine „Musterachse“ erstellt, so Schneider nach Rücksprache mit dem Kirchenkreis-Architekten. Bei dieser Untersuchung soll herausgefunden werden, welche Tiefe und Beschaffenheit die Risse im Sandstein haben. Man erhoffe sich auch genauere Erkenntnisse über Feuchtigkeit im Stein.

Diese ist wie berichtet ein Grundproblem. Die Sandsteinteile waren 160 Jahre lang Wind und Wetter ausgesetzt. Bei früheren Sanierungsmaßnahmen wurden sie teilweise mit einem Mittel behandelt, das das Eindringen von Wasser verhindern sollte. Das hat aber nicht funktioniert, wie man heute weiß. Im Gegenteil: Diese „Hydrophobierung“, wie die Fachleute sie nennen, hat die Zerstörung beschleunigt. Die Schutzschicht hat dazu geführt, dass Wasser aus dem Stein nicht mehr austreten konnte und ihn bei Frost sprengt.

Wattestäbchen helfen bei der Sanierung der Steine an der Unnaer Stadtkirche

Die Stäbchen sehen aus, als seien sie mit einer Flüssigkeit verklebt worden. © Raulf

Kann und sollte diese schädliche Schutzschicht entfernt werden? Bis zu welcher Tiefe? Auf diese Fragen soll das Stäbchen-Experiment Antworten liefern. Welche Funktion genau die Wattestäbchen derzeit haben, konnte Schneider nicht erklären. Denkbar seien Testfüllungen oder Verschlüsse von Bohrungen.

Die Kirchturmsanierung erfordert spezialisiertes Fachwissen, und selbst der Architekt des Kirchenkreises stößt hier an Grenzen. Mit der aktuellen Untersuchung habe man daher ein geologisches Institut beauftragt, so Schneider.

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Notdach wird aufgebaut

Recht einfach zu erklären ist eine Baumaßnahme in der Höhe. Derzeit werde das Notdach errichtet, berichtet Schneider. Die gemauerte Wand soll zunächst provisorisch mit einem wasserdichten Gerüst vor dem Eindringen von Feuchtigkeit geschützt werden. Das Dach überdeckt den Bereich, wo Brüstung, Fialen und Wasserspeier abgebaut wurden.

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