Mehr Wasser zum Erfrischen in der Stadt: Noch-Parkplatz Schulstraße könnte Chance bieten

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Was wird aus dem Parkplatz an der Schulstraße? Durch einen Grünen-Antrag nimmt die Diskussion wieder Fahrt auf. Ein Park statt Wohnen ist umstritten, öffentliches Erfrischungswasser erscheint aber denkbar.

Unna

, 12.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Anläufe hatte es in der Vergangenheit schon gegeben, um eine Überplanung des Parkplatzes an der Schulstraße voranzutreiben. Der jüngste stammt von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Ein Park zum Verweilen und Spielen für alle Generationen ist politisch umstritten. Aber in der Verwaltung gibt es Gedankenspiele hin zu mehr Aufenthaltsqualität.

Kein Platz für Brunnen in der Fußgängerzone

Mit einem Antrag des Vereins „Wir für Unna“ beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung: Der Verein erneuerte vor dem Hintergrund von Klimadiskussion und Sommerhitze seine Forderung, nach möglichen Standorten für mehr Wasserspielanlagen in der Innenstadt zu suchen. Eine Aufnahme in die Planung für die neue Fußgängerzone erscheint den Planern im Rathaus aber schwierig. Der Technische Beigeordnete Jens Toschläger verwies auf Großveranstaltungen wie Stadtfest oder „Festa“, denen ein Brunnen wohl im Weg wäre. Zu klären ist auch, ob eine solche Wasseranlage mit Frischwasser betrieben wird oder mit einem geschlossenen Wasserkreislauf. Letzteres sei aus hygienischen Gründen nicht zulässig, wenn die Anlage als Spielgerät für Kinder ausgewiesen würde. Frischwasser hingegen sei doch „eines unserer höchsten Güter“, wandte SPD-Ratsherr Klaus Tibbe ein. Trinkwasser für „etwas Spaß“ zu vergeuden, halte er für kritisch, nachdem vor nicht allzu langer Zeit schon Talsperren im Land trocken zu fallen drohten.

Mehr Wasser zum Erfrischen in der Stadt: Noch-Parkplatz Schulstraße könnte Chance bieten

Mehrere Brunnen in der Stadt waren in diesem Jahr wegen Defekten trocken gefallen. Das war auch ein Grund für den Verein „Wir für Unna“, mehr Wasseranlagen für die Innenstadt zu fordern. © Raulf

Stadt sieht Brunnen-Chance an der Schulstraße

Die Standortfrage lässt sich nach Einschätzung der Bauverwaltung womöglich an der Schulstraße beantworten. Eher dort als in der Fußgängerzone könne eine Wasserspiel- oder Brunnenanlage installiert werden, so Toschläger. Baudirektor Michael Ott sprach von der Verknüpfung mit einem Mehrgenerationenpark als einzig realem Ansatz. Zu eben diesem Grünen-Antrag meldete FDP-Fraktionschef Günter Schmidt erst einmal Beratungsbedarf an. Eine Entscheidung ist also verschoben. Die Meinungen gehen auseinander, das wird bereits deutlich. Die Fraktionen von CDU und FLU erinnern an jeweils eigene, ältere Anträge mit dem Ziel, auf der Fläche Wohnhäuser zu bauen.

Idee: autofreie Innenstadt

Die Parkplätze dürften auch nicht reduziert werden, gerade mit Blick auf behinderte Menschen mit Auto, erklärte Alexander Muth vom Behindertenbeirat. Im Grunde müssten alle Parksuchverkehre ganz aus der Innenstadt verbannt werden, meinte Volker König (SPD). Er warb für die Idee, Mobilität in der Stadt „komplett“ zu verändern. „Das täte uns allen gut.“

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