Unsere Redaktion nutzt für die Nennung von Inzidenzzahlen für den Kreis Unna inzwischen die Daten des Landeszentrums Gesundheit. Auf dieses Zahlenmaterial verweist auch der Kreis Unna selbst. © Dirk Becker
Pandemie

Warum sich Inzidenzwerte nachträglich verändern

Die Diskussion um Inzidenzwerte hat im Kreis Unna für Aufregung gesorgt. Unsere Redaktion nutzt nun die Daten des Landeszentrums Gesundheit, auf die auch der Kreis Unna selbst verweist.

Den 7-Tage-Inzidenzwert allein anhand der täglichen Fallzahlen zu berechnen, ist ungenau. Deswegen ist auch unsere Redaktion dazu übergangen, die Inzidenzwerte des Landeszentrums Gesundheit (LZG) zu übernehmen, die auch der Kreis Unna selbst als „maßgeblich“ bezeichnet.

In der täglichen Arbeit mit den Daten zeigt sich nun, dass sich veröffentlichte Inzidenzwerte oft auch noch rückwirkend verändern. Und dafür gibt es gute Gründe, die ihren Ursprung im Kreisgesundheitsamt Unna haben.

Ein Beispiel: Den Inzidenzwert im Kreis Unna für Montag, 7. Dezember, bezifferte das LZG am 8. Dezember um 0 Uhr mit 174,2. Basis für die Berechnung sind die Zahlen, die der Kreis Unna am 7. Dezember selbst übermittelt hat.

Einen Tag später, am 9. Dezember, liegt der Wert plötzlich bei 183,6 – und damit fast zehn Punkte höher. Wie kann das sein? Die Erklärung ist einfach. Es sind neue Daten des Kreisgesundheitsamtes Unna, die für eine Korrektur sorgen.

Möglicherweise ist erst am 8. Dezember eine Corona-Erkrankung bekannt geworden, die schon am 7. Dezember begonnen hat. Das sind Dinge, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt ermitteln – oft erst im Nachgang der Nennung von Fallzahlen.

Die am 8. Dezember bekanntgewordene Infektion wird vom Kreisgesundheitsamt – und in der Folge vom LZG – dem 7. Dezember zugeordnet. Konsequenz: Der Inzidenzwert für den 7. Dezember erhöht sich nachträglich.

Schwankungen bilden Arbeit im Gesundheitsamt ab

Die Schwankungen zeigen also die Ergebnisse der Arbeit im Gesundheitsamt. Betrachtet man einen größeren Zeitraum – beispielsweise einen ganzen Monat – gleichen sich die Werte wieder an.

Die Unterschiede zwischen der Berechnung durch das LZG und auf Basis der gemeldeten Fallzahlen sind marginal, weil die Gesamtzahl der Fälle stimmt. Sowohl bei der Fallzahl-Berechnung, wie sie auch unsere Redaktion früher vorgenommen hat, wie auch bei der LZG-Zahl fließen dieselben Fälle in die Statistik ein – nur eben an unterschiedlichen Tagen.

Die Berechnung auf Basis der Fallzahlen ist also nicht grundsätzlich falsch, sondern nur ungenau, weil es in der Folge noch Korrekturen gibt. Diese Korrekturen bildet nun auch unsere Redaktion in ihren Grafiken ab.

Übrigens: Auch am 10., 12. und 14. Dezember wurde der Inzidenzwert für den Kreis Unna am 7. Dezember noch einmal nach oben korrigiert – bis auf 188,2.

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