Warnstreik: Busse fahren nicht, Sparkassen-Filialen bleiben geschlossen

dzWarnstreik im Kreis Unna

Der Warnstreik im Öffentlichen Dienst hat am Dienstag Auswirkungen auf den Busverkehr im Kreis Unna: Viele Linien fahren nicht. Auch einige Filialen der Sparkassen bleiben geschlossen.

Kreis Unna

, 29.09.2020, 11:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist kurz vor sieben Uhr, als Regina Wenzek am Unnaer Busbahnhof festsitzt. Die Unnaerin kommt gerade von der Arbeit, hätte eigentlich den Bus um 6.47 Uhr in Richtung Kamen über Königsborn nehmen wollen, als sie erfährt, dass dieser ausfällt. Denn an diesem Dienstag wird der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis bestreikt.

Bereits am Vortag kündigte die Verkehrsgesellschaft VKU an, dass nahezu jede zweite Fahrt ausfallen werde. Die Unnaerin Regina Wenzek hat davon nichts mitbekommen: „Eine halbe Stunde werde ich wohl noch warten müssen, um 7.32 Uhr soll der nächste Bus kommen“, sagt sie.

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Mehr Glück hat Fahrgast Marvin Emre Hoffmann: Er muss zwar eine andere Verbindung als üblich nehmen, diese startet aber nur eine Minute später als sein eigentlicher Bus. Ein Arbeitskollege habe ihn bereits am Vortag auf die Alternativen aufmerksam gemacht.

Busbegleiter leisten Hilfe am Busbahnhof

Für alle Fahrgäste, die diese nicht mitbekommen haben, stehen seit 6.15 Uhr drei Busbegleiter der VKU am Busbahnhof. Auch in Kamen sind diese Mitarbeiter im Einsatz. Statt – wie im Normalbetrieb – älteren Kunden beim Ein-und Ausstieg zu helfen, kümmern die Mitarbeiter sich nun darum, Fahrgäste über den Streik der VKU und den Ausfall bestimmter Verbindungen zu informieren. Über den verhältnismäßigen ruhigen Ablauf am Unnaer Bahnhof sind die Busbegleiterinnen Beate Bolz und Stephanie Goldhahn überrascht: „Normalerweise ist hier morgens High-Life“, sagt Goldhahn, „es folgt ein Bus auf den anderen.“

Warnstreik bei der VKU: Ralf Oberloskamp informiert Menschen am Alten Markt in Kamen darüber, dass die meisten Busse ausfallen.

Warnstreik bei der VKU: Ralf Oberloskamp informiert Menschen am Alten Markt in Kamen darüber, dass die meisten Busse ausfallen. © Stefan Milk

Busse von Subunternehmern fahren trotz des Streiks

Obwohl das am Dienstag nicht der Fall ist, ist der Busbahnhof in Unna dennoch nicht ganz leer: Busse, die von Subunternehmen wie etwa von Westfalenbus oder Zacharias-Reisen geführt werden, befördern die Fahrgäste ausgewählt zu ihren Zielen.

Schulbus-Verkehr ist kaum vom Streik betroffen

Auch ein Großteil der Schüler im Kreis hat Glück, weil die meisten Schulbuslinien privat geführt werden, wie Karl-Heinz Boyda von der Firma Vehling-Reisen erklärt: „Die Linien, mit denen wir beauftragt sind, haben wir auch normal durchgeführt. Dazu zählen besonders auch die Frühspitzen, wie eben der Schulverkehr“, sagt er. Dilan Karacelek von der Servicezentrale „Fahrtwind“ in Kamen berichtet dennoch von einigen Anrufen besorgter Eltern, die sich am Dienstagmorgen oder bereits am Vortag erkundigten, wie ihr Kind zur Schule komme.

Infotafeln sowie Busbegleiter informierten die Fahrgäste am Dienstagmorgen über den Streik.

Infotafeln sowie Busbegleiter informierten die Fahrgäste am Dienstagmorgen über den Streik. © Vivien Nogaj

Die Busse der VKU sind am Dienstag tatsächlich vollständig in den Depots in Kamen und Lünen geblieben, wie VKU-Sprecherin Ínga Fransson bestätigte: „Die Städte im Kreis sind deshalb natürlich alle betroffen, andererseits wissen die Menschen auch, was ein Streik bedeutet.“ Demnach füge man sich den Umständen.

Sparkassen-Mitarbeiter kämpfen um Sonderzahlungen

Auswirkungen hat der Streik jedoch nicht nur für Pendler, sondern auch für Bürger, die die Sparkassen im Kreis besuchen wollten: In Bergkamen sind etwa drei von vier Filialen geschlossen, bei der Sparkasse Unna-Kamen sind die Filialen schwächer besetzt.

Die Mitarbeiter der Sparkassen im Kreis Unna demonstrieren auf dem Rathausplatz in Unna.

Die Mitarbeiter der Sparkassen im Kreis Unna demonstrieren auf dem Rathausplatz in Unna. © Marco Königs

Viele der Sparkassen-Mitarbeiter im Kreis trafen sich vor dem Unnaer Rathaus zum Streik. Rund eine Stunde lang demonstrierten sie dafür, ihre jährlichen Sonderzahlungen auch weiterhin ausgezahlt zu bekommen. Björn Wißuwa, Gewerkschaftssekretär des Landesbezirks NRW bei Verdi, erklärte: „Die Sparkassen sind weiterhin mit Rekordgewinn unterwegs, den Mitarbeitern sollen aber bis zu sieben Prozent des jährlichen Einkommens gekürzt wegen. Dagegen protestieren wir.“ Rund 50 Mitarbeiter der Sparkasse Unna-Kamen beteiligten sich an dem Streik, wie eine Arbeitnehmerin berichtete.

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