Wahrzeichen und Bollwerk der Stadt

Stadtkirche

Die Evangelische Stadtkirche ist das wichtigste Gebäude protestantischer Christen in Unna. Aber sie ist auch ein Wahrzeichen der Stadt, weshalb die „Gemeindeversammlung“ am 1. Juli ausdrücklich auch Nicht-Mitglieder anspricht.

28.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Die Evangelische Stadtkirche gilt als das älteste Gebäude in Unna. Nur wenige Schritte entfernt vom „Krummfuß“, der als historische Keimzelle der Stadt gilt, steht sie auf einer Anhöhe, von der aus sich das Umland gut überblicken und gegebenenfalls auf marodierende Banden und feindliche Heere absuchen lässt. Dieser weltliche Aspekt spielte im Mittelalter durchaus eine Rolle. Der Nachbau der historischen Stadtmauer gleich nebenan und der Umstand, dass der Turm nach Osten – also zur Seite etwaiger Angreifer – keine Uhr zeigt, künden ebenfalls davon. Kirchen waren einst auch Orte der Zuflucht bei handfesten Bedrohungen durch Überfälle auf die Stadt oder bei Unwettern. Denn in einer Stadt, die im Wesentlichen aus Fachwerkhäusern bestand, waren sie oft die wehrhaftesten Bauwerke.

Errichtet wurde die Kirche nach 1322 in mehreren „Baustufen“. Der Turm dürfte zwischen 1407 und 1467 errichtet worden sein. Sein Hut wurde mehrfach zerstört und wieder neu errichtet. In seiner heutigen Form mit dem Umlauf auf der Balustrade stammt die obere Hälfte des Turms aus dem Jahr 1863.

Der Turm der Stadtkirche ist aber nicht nur ein Ort, der einen weiten Blick über das Land ermöglicht. Er ist umgekehrt auch eine Landmarke, die von weitem zu sehen ist. Wer über die B1 von Osten kommend nach Unna fährt, blickt zum Schluss über eine lange Gerade genau auf die Stadtkirche, die die Ankommenden zu begrüßen scheint. Es ist kein Zufall: Als die Preußen ab 1788 damit begonnen, parallel zum Hellweg eine „Chaussee“ als Fernverbindung anzulegen, peilten die Landvermesser die Kirchen der Städte an, um die Trasse einzumessen. Das erklärt den teils schnurgeraden Verlauf der Verbindung, die später zur B1 ausgebaut wurde.

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