Wahlkampfauftakt: Unnas SPD ringt mit unbekannten Gegnern

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Die SPD Unna will sich ein frisches Image geben. Mit Katja Schuon kandidiert ein junges Gesicht als Bürgermeisterin. Die Genossen haben den Wahlkampf eröffnet – und wissen nicht, gegen wen sie kämpfen.

Unna

, 09.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war 11.09 Uhr am Sonntagvormittag, als es der SPD-Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke im Forum der Stadthalle aussprach: „Der Wahlkampf hat begonnen.“ Ganzke war Versammlungsleiter des außerordentlichen Parteitags, der Katja Schuon als Bürgermeisterkandidatin nominierte.

Das Problem: Die SPD weiß gar nicht, gegen wen sie kämpft. Es ist noch nicht einmal klar, welche Parteien und Gruppierungen überhaupt eigene Kandidaten für das höchste Amt im Rathaus aufstellen werden. Eine Ausnahme bilden die Grünen, die am 18. Dezember voraussichtlich Claudia Keuchel als Kandidatin aufstellen werden.

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Die SPD aber hat vorgelegt und Katja Schuon mit 96 Prozent der Stimmen viel Rückenwind gegeben. Die 45-Jährige wird möglicherweise gar nicht böse sein, dass sie ihre Konkurrenz noch nicht in Gänze kennt. Sie hat die SPD hinter sich vereinen können, ist bei vielen Bürgerinnen und Bürgern aber noch völlig unbekannt.

In der SPD ist sie bislang nicht groß aufgefallen, ihre Aufgaben als Fachbereichsleiterin beim Kreis Unna finden oft außerhalb der großen Öffentlichkeit statt. Schuon wird ihren Bekanntheitsgrad drastisch steigern wollen – und müssen.

Aus dem Schatten treten

Eine eigene Webseite mit einem Film im Blog ist längst im Netz, die Profile bei Instagram und Facebook bedient Katja Schuon fleißig. Auch Visitenkarten gibt es schon. „Ich bin ein Mensch, der Herausforderungen sucht und immer gemeistert hat“, hat sie dem Parteitag verraten. Zu diesen Herausforderungen gehört es, aus dem Schatten der bekannten SPD-Gesichter in Unna herauszutreten. Die 45-Jährige weiß, dass die SPD hier zuletzt kein geschlossenes Bild abgegeben hat: „Schulterschluss sieht anders aus.“

Wahlkampfauftakt: Unnas SPD ringt mit unbekannten Gegnern

Die Visitenkarten sprechen eine klare Sprache: „Ich möchte 2020 SPD-Bürgermeisterin in Unna werden“, ist da zu lesen. © Dirk Becker

Nun könnte sie selbst zum Kitt für die Partei werden. Für die ist ein nicht sozialdemokratisch geführtes Rathaus kaum denkbar. Doch sie wird kämpfen müssen. Das ist allen Beteiligten klar. „Das wird kein Spaziergang und auch kein Sprint auf den letzten Metern. Das wird ein langer gemeinsamer Marathon, den unsere politischen Gegner für uns zum Hürdenlauf machen wollen“, schwor Stadtverbandschef Sebastian Laaser die Delegierten am Sonntag ein.

Tür-zu-Tür-Wahlkampf

Und auch Katja Schuon weiß, was sie erwartet: „Wenn ihr mich heute als Bürgermeisterkandidatin wählt, werde ich nächstes Jahr Tür-zu-Tür-Wahlkampf und Dialogveranstaltungen in den einzelnen Stadtteilen mit euch machen“, kündigte sie in ihrer Bewerbungsrede an. Sie wolle nah ran an die Menschen.

Sebastian Laaser deutete indes an, dass „viele erfahrene und ältere Mitglieder“ nicht erneut für den Stadtrat kandidieren würden. Auch diesbezüglich will die SPD jünger werden. Die Köpfe dafür sucht sie noch.

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