Die Hofstelle Redix in Billmerich, hier auf einem Archivbild, ein ein reizvolles Stück Erde. Wer dort einmal bauen und wohnen kann, genießt ein Leben auf dem Lande – aber einschließlich der dörflichen Probleme, wie die örtliche SPD betont. © Archiv
Wohnen in Unna

Vorsicht, Landluft! Warum ein Bauprojekt in Billmerich Bedenken schafft

Billmerich zählt zu den reizvollsten Wohnlagen in Unna. Nun sollen zehn weitere Familien die Chance auf eine Adresse dort bekommen. Doch die örtliche SPD meldet Bedenken an.

Dass es ein Wohnen mit ländlichem Flair werden soll, ist bei den Planungen für ein kleines Wohnbaugebiet in Billmerich offensichtlich: Die „Hofstelle Redix“ liefert den Baugrund für zehn zusätzliche Einfamilienhäuser an der Billmericher Dorfstraße. Ginge es nach dem Zeitplan der Stadtverwaltung, würde es im Herbst dieses Jahres Baurecht geben. Doch nun werden Bedenken angemeldet.

Die örtliche SPD nutzt das aktuelle Beteiligungsverfahren, um einige kritische Hinweise anzubringen und der Stadtverwaltung zu empfehlen, das Projekt gegebenenfalls in die Warteschleife zu schieben. Es gehe darum, eine „Konfliktlage“ zu verhindern, wie es der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ralph Bürger vorträgt.

Eine der möglichen Ursachen dafür ist typisch für das Wohnen auf dem Land: Bisweilen könne es dort sicherlich auch ländlich riechen. Zwar erwähne der Entwurf für einen Bebauungsplan eine Vereinbarung zwischen der Stadt und einem nahe gelegenen Bauernhof über geruchseinschränkende, technische Maßnahmen, doch diese sei wohl „nicht geeignet, das Problem dauerhaft und vollständig zur Zufriedenheit künftiger Anwohner zu lösen“, wie es in der Eingabe der SPD heißt.

Landluft birgt die Gefahr von Nachbarschaftskonflikten

Denn „trotz wartungsintensiver, technischer Entlüftungsanlagen mit Kohlefilter wird erfahrungsgemäß bei entsprechender Windrichtung immer wieder mit Geruchsbelastungen zu rechnen sein“, und es könne „dem landwirtschaftlichen Betrieb das Restrisiko künftiger nachbarschaftlicher Streitigkeiten nicht zugemutet werden“.

Der Bebauungsplan für die Hofstelle Redix sieht zehn Einfamilienhäuser vor. © Stadt Unna © Stadt Unna

Die Billmericher SPD empfiehlt der Stadt und dabei letztlich dem Rat, diesen Bebauungsplan nicht in Kraft zu setzen, bevor dieser Konflikt gelöst ist. Doch auch auf ein anderes, durchaus bekanntes Problem weist die SPD aus dem Golddorf hin: Die Entwässerung im Ortskern sei bereits kritisch und wenn zehn weitere Häuser gebaut werden, könnte sich das Problem verschärfen.

Die Stadt reagierte umgehend, fuhr zu einem Ortstermin raus und erkannte durchaus Problemstellen. Ein nahe gelegener Entwässerungsgraben erwies sich als verlandet und zugewuchert, soll nun aber ausgebaggert werden. Für eine grundlegende Lösung müsse aber ein kleines Regenrückhaltebecken angelegt werden, berichtet Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. „Wir prüfen jetzt, was ein geeigneter Standort dafür sein könnte.“

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka

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