Von Harald-Schmidt-Show über Hollywood nach Unna: Autor schreibt Krimi mit Ruhrpott-Humor

dzMord am Hellweg

Mindestens eine Leiche, vielleicht auch mehr: Für die zehnte Ausgabe von „Mord am Hellweg“ recherchiert der Fernseh-, Theater- und Romanautor Christof Weigold in Unna. Liebe zum Humor des Ruhrgebiets will er einbauen.

Unna

, 03.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Krimifestival „Mord am Hellweg“ geht 2020 in seine zehnte Runde. Seit dem Jahr 2002 bringt die Reihe Krimiautoren aus Deutschland und verschiedenen anderen Ländern nach Unna und in die Hellwegregion. Über 200 Veranstaltungen und 400 Autoren haben das Publikum mit Krimis jeder Art begeistert. Zur Reihe gehören nicht nur Lesungen aus den Werken teil sehr prominenter Schriftsteller. Die Autoren schreiben immer auch Geschichten eigens für „Mord am Hellweg“, die dann zum Festival in einer Anthologie erscheinen. Der zehnte Sammelband in der Reihe soll Anfang September 2020 in den Handel kommen.

Von Harald-Schmidt-Show über Hollywood nach Unna: Autor schreibt Krimi mit Ruhrpott-Humor

© Gerald von Foris

Zur Person

Über den Autor Christof Weigold

  • geboren 1966
  • 1996 bis 1999 Autor bei der Harald-Schmidt-Show, vor und hinter der Kamera
  • seit 2000 freier Drehbuchautor für Film und Fernsehen
  • Debüt-Roman 2018: „Der Mann, der nicht mitspielt“ (nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis)
  • Preisträger des „Harzer Hammers“ 2018
www.christofweigold.com

Recherche im historischen Unna

So entstehen mörderische Kurzgeschichten, die in der Region spielen. Und die neuen sind jetzt in Arbeit. In und für Unna recherchieren zwei Autoren. Der eine ist der Däne Jens Henrik Jensen, bekannt für die „Oxen“-Trilogie. Der andere ist Christof Weigold, der nun Einblicke in seine Arbeit gewährte. Der Münchener hat Erfahrung als Gagschreiber fürs Fernsehen, hat Drehbücher für Film und Bühne verfasst und inzwischen zwei erfolgreiche Krimis, die im Hollywood der 1920er-Jahre spielen. Nun hat er ein paar Tage in Unna und insbesondere im Nicolaiviertel verbracht. Dessen Schönheit habe ihn überrascht, berichtete er. Auf einer Tour mit Wolfgang Patzkowsky entlang der einstigen Stadtmauer, im Hellweg-Museum und im Stadtarchiv ließ sich der Schriftsteller über Unna und die Geschichte der Stadt informieren.

Von Harald-Schmidt-Show über Hollywood nach Unna: Autor schreibt Krimi mit Ruhrpott-Humor

Die Recherche führte den Schriftsteller Weigold unter anderem in das Nicolaiviertel. © Raulf

Autor verbindet gern Fakten mit Fiktion

Wird er seinen Unna-Kurzkrimi in den 20ern ansiedeln wie seine Hollywood-Romane? Könnte die Zeit der Ruhrbesetzung eine Rolle spielen? Oder lässt er sich vom mythischen Unnaer Esel inspirieren oder vom Goldschatz? Ein paar Hinweise zu möglichen Unna-Bezügen gab Weigold nun am Rande seiner Recherchearbeit. Aber es sei auch durchaus denkbar, dass das Ergebnis gar kein historischer Krimi wird, sondern ein zeitgenössischer. „Ich gehe offen und spielerisch an die Themen heran“, sagt Weigold. In seinen Kriminalromanen verbindet er Fakten und Fiktion: Er habe echte Fälle aufgegriffen, die nie aufgeklärt wurden, und seinen erfundenen Ermittler Hardy Engel dann eine Auflösung finden lassen. Intensive Recherche und eine genaue Planung von Plot und Pointe: Das kann der Schriftsteller, und so will er auch an den Unnaer Kurzkrimi herangehen.

Von Harald-Schmidt-Show über Hollywood nach Unna: Autor schreibt Krimi mit Ruhrpott-Humor

Autor Christof Weigold möchte in seinen Geschichte Krimi und Humor verbinden. © Raulf

Bilder im Kopf erzeugen

Einen oder mehrere Morde in Unna darf das Publikum erwarten, allzu drastische Schilderungen von Bluttaten allerdings nicht. Was den Opfern in Weigold-Krimis passiert, sei zwar meistens relativ hart, er schreibe aber eher lakonisch darüber, sagt der Autor selbst. Bilder im Kopf erzeugen möchte er, die Fantasie anregen mit eher weniger Worten.

Begeistert vom Humor der Thorwarth-Filme

Und mit Humor. Ja, möglicherweise wird, was den sprachlichen Stil angeht, auch „ne Olle kalt gemacht“ - so oder so ähnlich könnten sich Figuren in der Geschichte vielleicht äußern. Christof Weigold berichtete, wer und was ihn bisher schon mit Unna verbindet: Er sei gut befreundet mit Peter Thorwarth, dem Schöpfer des Kultfilms „Bang Boom Bang“ und der Unna-Trilogie. Auch ein Dortmunder Chef bei der Harald-Schmidt-Show habe ihn die Eigenheiten der Westfalen kennen und schätzen gelehrt. „Dieser Humor ist mir gut vertraut.“ Der Stil, in dem in den Thorwarth-Filmen Krimi und Komödie verbunden werden, liege ihm. Und eine Pointe, die die Leser überrascht, sei besonders gut geeignet für eine Kurzgeschichte.

Krimifestival

Im Herbst 2020 wird wieder gemordet in Unna

Die zehnte Auflage der Biennale „Mord am Hellweg“ ist vom 19. September bis 14. November 2020, mit Krimilesungen und anderen „mörderischen“ Veranstaltungen, teils an besonders urigen Orten in der Hellwegregion. Für die Anthologie, die zum Start im September kommenden Jahres erscheinen soll, schreiben insgesamt 24 internationale Autoren Kurzgeschichten. Veranstalter des Festivals sind das Westfälische Literaturbüro mit Sitz in Unna und der Kulturbereich der Stadt Unna. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mordamhellweg.de

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