Von geheimen Gärten und tiefen Kellern – eine Tour durch „verwunschene Orte“ in Unna

dzUnterwegs in Unna

Die Geburtstagstour der Unnaer Wirte war ein Augenöffner: Fast alle der „verwunschenen Orte“, die Stadtheimatpfleger Wolfgang Patzkowsky ansteuerte, waren bis dato unbekannt. Eine Entdeckungsreise.

Unna

, 10.11.2018, 16:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am besten brachte es wohl Heinz Glade auf den Punkt: „Ich bin schon einige Wege mit Wolfgang gegangen, aber das, was wir heute Abend gesehen haben, kannte ich alles noch nicht.“ Das dürfte an diesem Abend nicht nur dem Vorsitzenden des Wirte-Vereins so gegangenen sein: Für die Geburtstagstour des Wirtevereins hatte Wolfgang Patzkowsky ganz bewusst „verwunschene, verschwiegene Orte“ ausgesucht, wie er sie selbst nannte.

Erster Stopp an der alten Stadtmauer

Und so kam es, dass Unnas Wirte ihr erstes Bier dieses Abends dort tranken, „wo früher die Ratten Sportabzeichen gemacht haben.“ Auf dem Gelände einer ehemaligen Schreinerei am Adolph-Kolping-Weg befinden sich heute Wohnhäuser – und eine Toilette mit besonderer Geschichte. „Hinter diesem Klo befindet sich ein Stück der alten Unnaer Stadtmauer“, wusste Patzkowksy zu berichten.

Bei den Abrissarbeiten der Schreinerei-Gebäude war das historische Gemäuer entdeckt worden – jetzt verdeckt ein modernes WC die Stadtmauer. „Vielleicht sollte man doch noch mal ein Stück wieder freilegen und dann zum Stadtfest ein besonderes Angebot machen: Pinkeln an der Stadtmauer“, kam die Anregung aus den Reihen der Wirte.

Pause im verwunschenen Garten

Zweiter Rastpunkt der Tour war ein kreativer Rückzugsort: Im Garten hinter dem Musikhaus Ebel mochte man fast glauben, sich in südlichen Gefilden zu befinden, so mediterran hat das Künstler-Ehepaar Nowodworski sein Freiluft-Domizil eingerichtet.

Auf dem höchsten Punkt der Altstadt

Nach viel frischer Luft, dazu griechische Teigtaschen und Wein, ging es für die Wirte tief hinab: Dass das Haus des Raumausstatters Wilhelm Sommer an der Hertingerstraße eines der ältesten Gebäude der Stadt ist, dürften die meisten Wirte noch gewusst haben.

Von geheimen Gärten und tiefen Kellern – eine Tour durch „verwunschene Orte“ in Unna

Wilhelm Sommer (im Schatten links) bewirtete die Gastronomen in seinem Gewölbekeller.

Doch der Eigentümer wartete beim Besuch der Gastronomen mit weiteren, teils kuriosen Fakten auf: „Wir befinden uns hier auf dem höchsten Punkt der Altstadt. Wenn der Meeresspiegel um 160 Meter steigt, kann das Rathaus zum Hafenamt werden und wir machen hier einen Luftmatratzenverleih.“ Beim verdauen dieser Information half der Hertingpörter, den es unter dem 400 Jahre alten Haus gab – in einem Gewölbe, das einst für die Lagerung von Bier und Sauerkraut genutzt wurde.

Auf alten Grabsteinen hinunter in den Keller

Die Tour blieb „unterirdisch“, auch beim nächsten Zwischenstopp. Im Kellergewölbe der Löwen-Apotheke legten die Wirte eine kleine Pause ein – und erfuhren, dass sie gerade über ganz besondere Stufen hinunter ins Gewölbe gelangt waren. „Einer der Treppenstufen ist ein ehemaliger Grabstein“, verriet Wolfgang Patzkowsky.

Von geheimen Gärten und tiefen Kellern – eine Tour durch „verwunschene Orte“ in Unna

Eine dieser Treppenstufen besteht aus einem ehemaligen Grabstein. Sie befindet sich im Haus der Löwen-Apotheke.

Über eben jene Stufen ging es wieder hinaus an die frische Luft, hinein in einen Garten, den wohl kaum einer der Wirte dort vermutet hätte: Gut abgeschirmt durch Steinmauern und Bäume offenbarte sich hinter der Löwen-Apotheke und unmittelbar unter dem Turm der Stadtkirche ein grünes Kleinod mitten in der Stadt.

Mit einem Umtrunk im Gewölbekeller des Buhre-Hauses endete das, was Stadtmarketings-Chef Horst Bresan als „außergwöhnliche Führung“ bezeichnete – und den Unnaer Wirten so manchen Erkenntnisgewinn brachte.

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Im Gewölbe des Buhre-Hauses endete diese außergewöhnliche Stadtführung der Wirte.

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