Von der Rheinquelle zu Fuß nach Unna: Pascal Weiß erlebt ein Abenteuer und sammelt Spenden

dzSpendenwanderung

Seine Freunde erwarten ihn schon mit offenen Armen: Am Samstag, 26. September, will Pascal Weiß im Stadion in Billmerich einlaufen – nach einer Spenden-Wandertour, die ihm viel abverlangt.

Unna

, 22.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine Tour ins Ungewisse: Als der Unnaer Pascal Weiß Mitte Juli in die Schweiz reiste, um an der Rheinquelle seine Wanderung nach Unna zu beginnen, war nicht klar, dass er die fast genau 1000 Kilometer meistern würde. Jetzt aber hat er sein Ziel, den Sportplatz in seinem Heimatort Billmerich, fast erreicht.

Der 28-Jährige darf durchaus als ein bisschen verrückt bezeichnet werden. Wäre er das nicht, hätte er sich wohl kaum, nur bepackt mit einem 50-Liter-Rucksack, auf den Weg gemacht, den Rhein entlang zu wandern, um dann entlang der Ruhr zu seiner Heimatstadt zu laufen.

Zwischen Zelt und Campingkocher

Seit Mitte Juli führt er ein Leben zwischen Zelt und Campingkocher. Im Hochgebirge musste er zunächst noch längere Umwege laufen, bei denen er „Vater Rhein“ auch mal aus den Augen verlor. Insbesondere auf den ersten Wegabschnitten wurde Pascal Weiß selbst Teil der Natur.

„Ich bin gerne in der Natur, treibe gerne Sport. Ich wollte ein Stück weit auch zu mir selbst finden“, erzählt der 28-Jährige, dass die Wanderung für ihn mehr ist als ein Abenteuer. Bevor er sich für die lange Tour entschied, war für ihn auch der Jakobsweg eine Alternative. Letztlich entschied sich Pascal Weiß für den Rhein. Vorher hatte er im Internet recherchiert, dass dieser Weg auch tatsächlich zu meistern ist.

Auf jedes Szenario vorbereitet

„Ich hätte ja jederzeit abbrechen und nach Hause fahren können“, war der Sportstudent auf jegliches Szenario gefasst – auch mit Blick auf die Corona-Pandemie. Mit dem Bachelor in der Tasche und der Wartezeit vor dem Beginn des Masterstudiums hatte der Unnaer überhaupt erst die Zeit, eine solche Tour zu absolvieren.

„An den Rucksack gewöhnt man sich nie. Das ist jeden Morgen wieder schwer, den aufzusetzen.“
Pascal Weiß

1000 Kilometer in mehr als zehn Wochen und der Einlauf in das Stadion in Billmerich zum Abschluss am 26. September – das ist eine große Herausforderung. Immer wieder musste der 28-Jährige seinen inneren Schweinehund überwinden. „An den Rucksack gewöhnt man sich nie. Das ist jeden Morgen wieder schwer, den aufzusetzen“, berichtet Pascal Weiß.

Er wandert nicht nur für sich, sondern auch für Geflüchtete in Griechenland. Mit einer Spendenaktion will er Menschen helfen, die alles verloren haben. „Die haben zum Teil ganz andere Wege zurückgelegt“, sagt der 28-Jährige.

Spendenprojekt

Hilfe für Geflüchtete in Griechenland

Pascal Weiß setzt sich mit seiner Wanderung von der Rheinquelle nach Unna für einen guten Zweck ein.
  • Über die Spendenplattform betterplace.org sammelt der Unnaer Spenden für drei Vereine, die sich für Geflüchtete in Griechenland einsetzen. Es handelt sich dabei um Medical Volunteers e.V., Grenzenlose Wärme e.V. und
    Wave Thessaloniki.
  • Als Spendenziel hat Pascal Weiß 4000 Euro formuliert. Mehr als 3000 Euro hat er schon eingesammelt. Jeder Interessierte ist eingeladen, die Aktion zu unterstützen.
  • Auf der Internetseite der Spendenplattform veröffentlicht Pascal Weiß auch Wochenberichte von seiner Tour entlang des Rheins und der Ruhr.

Dennoch wurde die Tour entlang des Rheins auch für ihn zu einer Tour voller Erlebnisse. Dass er wegen einer kaputten Luftmatratze zwei Nächte auf dem bloßen Boden schlafen musste, ist eine von vielen Anekdoten, die er erzählen kann. Inzwischen ist er auf dem Weg entlang der Ruhr – und rückt seiner Heimat Stück für Stück näher.

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