Vier handzahme Leihhühner bringen Kindern in der Kita Dürerstraße das Landleben näher

dzHuhn on tour

Unnas Außenbereiche sind geprägt vom Landleben. Doch viele Kinder wissen nicht, wie Tiere leben und was sie brauchen. Die Kita Dürerstraße in Unna will das ändern - mit vier Leihhühnern.

Unna

, 23.10.2018, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da gackern ja die Hühner: Wenn die Mädchen und Jungen zurzeit morgens in die Kita Dürerstraße kommen, dann bekommen sie gleich ein paar Aufgaben. Sie kümmern sich um das Federvieh im Außenbereich der Einrichtung.

Das Federvieh, das sind vier Hühner der Rasse Leghorn. Sie sind über das Projekt „Huhn on tour“ nach Unna gekommen und sozusagen „Botschafter des Landlebens“. Die Lünerin Gabriela Broer verleiht über diesen Weg seit mehreren Jahren Hühner an Kindergärten, Schulen, Seniorenheime, aber auch an Privathaushalte.

„Das kennen heute auch in Unna nur noch wenige Kinder.“
Kita-Leiterin Petra Sippel

In der Kita Dürerstraße wurde die Erzieherin Sabrina Diekfelder auf das Projekt aufmerksam. „Für die Kinder ist das perfekt. Sie lernen, was alles gemacht werden muss, damit Hühner Eier legen“, sagt Diekfelder. Die Kita Dürerstraße will ihren Kindern Einblicke in das Landleben vermitteln. „Das kennen heute auch in Unna nur noch wenige Kinder“, weiß Kita-Leiterin Petra Sippel. Zwar gebe es auch noch Eltern, die mit ihren Kindern Urlaub auf dem Bauernhof verbringen, doch der tägliche Kontakt mit Landtieren sei eine krasse Ausnahme.

Vier handzahme Leihhühner bringen Kindern in der Kita Dürerstraße das Landleben näher

Im Nest liegt immer auch ein künstliches Ei. So wissen die Hühner, wo sie ihre Eier legen sollen. © Marcel Drawe

Nun also steht für zwei Wochen ein kleiner mobiler Stallwagen auf dem Außengelände der Kita. Ein Weidezaun grenzt den Hühner-Bereich von der Spielfläche ab. Und die vier handzahmen, braunen Hühner picken fröhlich vor sich hin. Hungern müssen sie wahrlich nicht: Neben dem Gras, an dem sie zupfen, versorgen die Kinder die Tiere mit dem nötigen Körnerfutter, aber auch mit besonderen Leckereien. Und weil die Tiere den engen Kontakt mit Menschen kennen, lassen sie sich auch auf den Arm nehmen und streicheln. Besondere Spannung herrscht immer dann, wenn die Kinder in den Stall gucken dürfen, wie viele Eier ihre Hühner wohl gelegt haben.

Mutter schließt die Hühner ein

Der Stall, den Gabriela Broer zur Verfügung gestellt hat, verfügt über zwei Abteilungen. Der größere Bereich mit Gitterboden dient den Hennen als Schlafraum, der kleinere, mit Stroh ausgelegte Bereich ist das Nest, in dem die Hühner ihre Eier ablegen. Das Leben in der Kita haben die Hühner deutlich verändert. Um 6 Uhr sind die ersten Erzieherinnen vor Ort, um die Hühner beim Morgendämmern aus dem Stall zu lassen. Abends sorgt die Mutter eines Kita-Kindes dafür, dass der Stall verschlossen wird. Schließlich soll Madern der Weg zu den Hühnern versperrt bleiben. „Dafür sind wir der Mutter sehr dankbar“, sagt Petra Sippel.

Die Kinder lernen aber nicht nur das Leben der Hühner kennen, sondern übernehmen auch Verantwortung für die Tiere. Und sicherlich werden sie das nächste Ei, das sie essen, mit anderen Augen sehen. Mit der Hühneraktion knüpft die Kita an ein Kartoffelprojekt an, das gerade endete und die Kinder auch auf einen Unnaer Bauernhof geführt hat.

Wenn die Hühner Anfang November nach Lünen zurückkehren, ist ihre „Tournee“ für dieses Jahr übrigens beendet. In den kalten Monaten, wenn sie auch weniger Eier legen, werden sie nämlich nicht verliehen.

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