Vier Hände vermitteln tänzerische Leichtigkeit im Säulenkeller des Lichtkunstzentrums

dzKunst und Musik

Einen hochvirtuosen Sommernachtsraum an einem milden Spätsommerabend präsentierte das Klavierduo Anna und Ines Walachowski im Säulenkeller der Lichtkunst.

von Rainer Ehmanns

Unna

, 15.09.2019, 13:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der neuesten Reihe „Kunst- und Musikwelten“ des Kulturkreises der Unnaer Wirtschaft ist der Säulenkeller der Lindenbrauerei fester Aufführungsort; diesmal für das zunächst letzte „klassische“ Konzert, da die nächsten beiden Jazz zum Thema haben. Umso überzeugender setzen Anna und Ines Walachowski als Botschafter der Klassik am Klavier mit ihrem zur Jahreszeit passenden Thema „Ein Sommernachtstraum“ einen beeindruckenden Zwischenschluss.

Mozart-Sonate voller gekonnter Intensität

Natürlich darf W. A. Mozarts Sonate c-Dur für Klavier zu vier Händen KV 521 nicht fehlen, führt sie doch im beherztem Allegro mit schönen Akzenten in einen harmonischen Dialog zwischen vier absolut gleichwertigen Stimmen, der voller Zuwendung und sensibler Rücksicht geprägt ist. Elegante Rubati spielt das Duo nicht nur im friedlichen Andante absolut synchron, als atme ein Organismus mit vier statt zwei Armen. Das zunächst harmlos erscheinende Allegretto danach wechselt unmerklich in eine hochvirtuose Herausforderung, der sich die beiden Schwestern mit nie nachlassender Intensität souverän stellen.

In Fanny Mendelssohn Hensels „Drei Stücke für Klavier“ verströmt das Duo schwärmerische Romantik im opulenten kantablen Klang und mit sensibler Eleganz in der nie exzentrischen Dynamik. Norbert Glanzberg, dem jüdischen Komponisten des 20 Jh., erweist das Duo mit drei Stücken aus seiner „Suite Yiddish“ Reverenz. Sie spielen mit dem Wechsel zwischen Walzer und Polka, setzen schwungvolle Glanzlichter, die wie andere seiner Kompositionen jeden guten Hollywood-Film bereichert hätten.

Vier Hände zaubern eine flirrende Overtüre

Mit Felix Mendelssohn-Bartholdy überrascht das Duo im „Sommernachtstraum“. Das bekannte Werk entbehrt hier keineswegs des Orchesters, denn die vier Hände zaubern eine flirrende Ouvertüre, ein wirbelndes Scherzo, ein tröstliches Notturno und einen von Fanfaren strahlenden Hochzeitsmarsch.

Der türkische Marsch als passende Zugabe

Und wer könnte einen temperamentvolleren Kehraus bieten als Johannes Brahms mit sechs seiner Ungarischen Tänze, die Anna und Ines Walachowski mit einer so bravourösen Leichtigkeit präsentieren, dass man am liebsten aufstehen und in eine rauschende Sommernacht hinaustanzen möchte. Prasselnden Applaus belohnt das Duo mit Mozarts „Türkischem Marsch“ als passende Zugabe.

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