Vielfältige Konzerte - beeindruckende Orgeltage

dzUnnaer Orgeltage

Simon Daubhäußer, Organist an der Dortmunder Propsteikirche, hatte zum Abschluss der dritten Orgeltage Unna Kompositionen des 20. Jahrhunderts mitgebracht.

von Rainer Ehmanns

Unna

, 07.07.2019 / Lesedauer: 2 min

„...wird noch einmal die Vielfalt der Orgeltage Unna abgerundet.“ Die Vorankündigung des Abschlusskonzerts hatte nicht zu viel versprochen!

Herbert Howells „Rhapsody in cis-moll“ von 1918 könnte man als Beispiel kühner Improvisation werten, so „aleatorisch“ sind Bauform, Artikulation und athematisches Konstrukt, was das Hörerlebnis nicht unbedingt erleichtert. Daubhäußer wählt geschickt exotische Register, um die Klangfarben zu variieren.

An Edward Elgars Transkription des Adagios aus seinem Cellokonzert wird hörbar, wie die Übertragung des Solo-Cellos in ein Orgelregister nur bedingt gelingt, zumindest den Charakter des Satzes reizvoll verändert.

Zentral im Programm steht Karl Höllers Ciacona op. 54. Ein langes Werk, das über einer Bass-Linie mit ungewöhnlichen Intervallen eine einfallsreiche Umspielung durch Klangvariationen, Registrierung und Artikulation präsentiert, die über der verlässlichen Grundlinie eine Fülle von Überraschungen bietet und bei der das Zuhören nie langweilig wird!

Elgars schlicht-beschwingte „Cantilene“ darf wie eine kleine Atempause verstanden werden, bevor Daubhäußer die Verblüffung perfekt macht. Denn mit dem 350 Jahre älteren Choralvorspiel Heinrich Scheidemanns zu „Jesus Christus unser Heiland“ belegt er eingängig, auf welche Tradition sich Karl Höllers Ciacona bezieht: Dieselbe Bauform, diesmal als Grundlinie den Choral, darüber farbenreiche Umspielungen, bei denen Simon Daubhäußer im wahrsten Sinne des Wortes alle Register zieht.

Stehend applaudieren die Zuhörer zum 45-minütigen Konzert, das der Dekanatskirchenmusiker mit zwei strahlenden Zugaben als „Rausschmeißer“ krönt: Girouts „Toccata“ und Purcells „Rondeau“ zaubern pures Wohlgefühl!

Damit enden auf beeindruckende Weise die dritten Unnaer Orgeltage. Dank Angelika Hillebrands Initiative und der hervorragenden Gast-Solisten ist Unna um eine wichtige musikalische Facette bereichert.

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