Versöhnliche Worte im Eishallen-Streit in Unna

dzVereinsmitglied weist Vorwürfe zurück

Andreas Pietsch, der zweite Vorsitzende von „Unna braucht Eis“, reagiert auf die Vorwürfe der Familie Kuchnia, ihm sei der Zustand der Eissporthalle seit 2015 bekannt gewesen. Dabei wählt er versöhnliche Worte.

Unna

, 21.08.2018 / Lesedauer: 3 min

In einem offenen Brief widerspricht Andreas Pietsch den ehemaligen Eishallen-Pächtern Silvia und Uwe Kuchnia. Silvia Kuchnia hatte behauptet, Pietsch habe 2015 im Rahmen einer Projektarbeit Einblick in alle Kostenaufstellungen bekommen, die für die Sanierung der Eissporthalle notwendig wären. Der zweite Vorsitzende des Vereins „Unna braucht Eis“ verneint dies.

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„Tatsächlich verhält es sich so, dass das Eissportzentrum Unna im Jahr 2015 Projektthema der Technikerschulung des Hans-Sachs-Berufskolleg in Oberhausen war“, schreibt Pietsch in dem Brief, der unserer Redaktion vorliegt. Im Rahmen dieser Projektarbeit habe er bei der Ausarbeitung eines Planes für den Bau des Jugendhotels und einer zweiten Eishalle mitgewirkt. „Mit der Instandsetzung der bereits bestehenden Eishalle hat sich die Projektgruppe nur am Rande und auf wenigen Seiten befasst, da unter anderem ein Brandschutzkonzept fehlte und damit eine weiterführende Ausarbeitung nicht möglich war“, betont Pietsch. Auch die dem Projekt zu Grunde liegenden Informationen über das Investitionsvolumen in Höhe von ca. 1,5 Millionen habe er damals von Kuchnias übernommen.

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Der Zustand einzelner Anlagen der Eissporthalle sei ihm deshalb tatsächlich nicht bekannt gewesen, betont Pietsch und nennt als Beispiel die Lüftungsanlage der Eishalle: „Die Projektmitglieder wussten nicht, dass keine Investitionen in die seit 1977 bestehende Belüftungstechnik getätigt wurden und die Anlage auch in den letzten Jahren nicht mehr genutzt wurde.“

Der Vorwurf der Lüge, den Silvia Kuchnia ihm gegenüber getätigt hat, habe ihn schwer getroffen und „sehr nachdenklich“ gemacht, schreibt Pietsch. Er zeigt aber auch Verständnis für die Situation der Kuchnias: „Ich verstehe sehr gut, dass ihr als ehemalige Pächter der Halle derzeit sehr belastet seid. Es ist nachzuvollziehen, dass ihr persönlich enttäuscht seid, dass ihr euer Traumprojekt nicht mit der WBU und der Stadt realisieren konntet. Wir hätten es uns auch anders gewünscht.“

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Trotzdem oder gerade deshalb bittet er Kuchnias, von Vorwürfen gegen ihn oder den Verein „Unna braucht Eis“ Abstand zu nehmen. Der sachlichen Debatte täte es nicht gut, wenn sie „unnötig emotional aufgeheizt“ werde, so Pietsch. „Wir haben ein großes Ziel: Die Rettung der Eissporthalle in Unna. Wir möchten, dass die Eishalle als Ort der Begegnung für Kinder, Jugendlichen und Erwachsene in Unna bestehen bleibt und nicht abgerissen wird. Uns ist es daran gelegen diesen bunten Ort der Begegnung auch in eurem Sinne zu erhalten“, schließt Pietsch seinen Brief.

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