Für die Kinderkrebshilfe in Unna droht 2020 ein verlorenes Jahr zu werden

dzCoronavirus

Konzertabsagen zum Coronaschutz treffen nicht allein die Kulturschaffenden. Mit dem Ausfall von Benefizveranstaltung leiden deren Nutznießer. Das merkt auch die Kinderkrebshilfe Unna.

Unna

, 11.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 80.000 Zuschauer schon beim ersten Auftritt zur Eröffnung des Münchener Olympiastadions, über 30 Schallplattenveröffentlichung in fast 50 Jahren und eine Gründungsgeschichte, die mit einer Idee Helmut Schmidts begonnen hat – von allen Musikgruppen, die Monika und Dieter Rebbert bislang für einen Benefizauftritt in die Stadthalle gewinnen konnten, ist die Big Band der Bundeswehr wohl die zugkräftigste. Das Konzert für die Kinderkrebshilfe hätte ein großer Erfolg werden können. Doch dann kam Corona, kam die Absage der Veranstaltung und für die Rebberts ein Sturz in die Verzweifelung.

Die Repräsentanten der Kinderkrebshilfe in Unna gelten sonst als ausgesprochene Macher, unterstützen den Kampf gegen ein so trauriges Problem mit beharrlicher Zuversicht – normalerweise. Nun allerdings bekennt Dieter Rebbert Ratlosigkeit. 2020 sei für die Sammlung ein schwieriges, vielleicht verlorenes Jahr. Und das sei es dann auch für die Ziele der Kinderkrebshilfe.

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Die Absage des Benefizkonzertes im Frühling war schon für sich genommen ein heftiger Schlag. Auf rund 25.000 Euro Erlös hatten die Reberts gehofft. Zusammengekommen war dann etwa die Hälfte, weil zumindest ein Teil der Kartenkäufer auf die Rückerstattung verzichtet haben und die Sponsoren des Konzertes den Rebberts die Treue gehalten haben.

Konzerte waren auch Öffentlichkeitsarbeit für die Krebshilfe

Ob man diesem Erlös angesichts der Konzertabsage ein „nur“ oder ein „immerhin“ voranstellen will, ist Betrachtungssache. Für die Rebberts war die Absage der Anfang einer grundsätzlich schwierigen Entwicklung.

Der Absage des Bundeswehrkonzertes folgte die des Auftrittes, der für Januar 2021 mit der jungen Bläserphilharmonie vorgesehen war. Einige regelmäßige Förderer der Initiative erklärten nun, angesichts der wirtschaftlichen Lage vorerst keine Unterstützung mehr leisten zu können. Und zudem gerät die Arbeit der Rebberts ein wenig aus dem Blickfeld. Konzertankündigungen, Nachberichte und das Pressefoto von der Übergabe des Erlöses waren immer auch Öffentlichkeitsarbeit für die Kinderkrebshilfe.

Die Probleme, die die Rebberts in Unna erleben, sind vermutlich typisch für Initiativen, die die in Bonn ansässige Kinderkrebshilfe unterstützen. Doch es sind eben die Probleme vor Ort, die den Repräsentanten auf der Seele drücken. Für die Ziele der Stiftung – helfen, forschen, informieren – können sie ihren gewohnten Beitrag nicht mehr leisten.

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Wer die Sammlung der Rebberts unterstützen will, kann auch auf das eingerichtete Spendenkonto überweisen: Kinderkrebshilfe Unna, Iban DE23 4435 0060 0000 7774 41, Sparkasse Unna-Kamen
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