Tiefere Anflüge auf Dortmund verlagern Gefahr durch Wirbelschleppen

dzFlughafen Dortmund

Bringen tiefere Überflüge ein höheres Risiko für Gebäudeschäden? Geklärt ist das noch nicht. Doch der Flughafen selbst geht davon aus, mehr Vorsorge betreiben zu müssen.

Unna

, 02.09.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dachschäden, bei denen der Flughafen Dortmund anschließend die Reparatur bezahlt hat, sind offenbar kein Einzelfall. Dennoch betont die Betreibergesellschaft ihre Unschuld: Wie auch im Fall des Hauses von Brigitte Harth an der Massener Dorfstraße seien die Kosten für die Schadensbeseitigungen jeweils „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ geschehen, wie der Flughafen betont – also aus reiner Kulanz.

Wie oft in der Vergangenheit Schäden an Dächern im Umland beseitigt worden sind, lässt der Flughafen weitestgehend offen. In einer Antwort auf die Anfrage unserer Redaktion heißt es, dass seit 2003 „vereinzelt Vorfälle gemeldet“ worden seien, die „jedoch nach näherer Untersuchung keinem Flugereignis zuzuordnen waren bzw. andere Ursachen hatten“.

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Auch für den jüngsten Fall von der Massener Dorfstraße erklärt der Flughafen schriftlich, dass „Vorschäden die eigentliche Ursache für die Beschädigung am Dach waren. So kann ein Flugereignis zwar Auslöser, aber nicht Schadensursache sein“. Und er ergänzt: „Eine zusätzliche Sicherung eines ansonsten mangelfreien Daches wird als nicht erforderlich angesehen.“

Letzter anerkannter Wirbelschleppenschaden war 2008

Das Jahr 2003 dient dem Flughafen als Anfang des Betrachtungszeitraumes, weil es in dem Jahr eine wichtige Klarstellung gegeben hat. Mit einer Änderungsgenehmigung für den Flughafen am 29. Januar 2003 hatte die Bezirksregierung Münster verfügt, dass die Flughafen Dortmund GmbH „die Kosten für die Sicherung von Dächern und anderen Gebäudeteilen gegen Beschädigung durch Wirbelschleppen übernimmt, sofern die Sicherung des Gebäudes nach den Kriterien des der Genehmigung zugrunde gelegten Wirbelschleppengutachtens als erforderlich anzusehen ist“.

In Folge dessen sind an entsprechenden Dächern in Massen Dachpfannen mit zusätzlichen Klammern gegen ein Abheben nach oben gesichert worden. Der letzte anerkannte Wirbelschleppenvorfall habe sich danach im Jahr 2008 zugetragen.

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Mehr Dachsicherungen bei Verlegung der Landeschwelle?

Wie sich eine Verlegung der Landeschwelle um 300 Meter nach Osten auf die Wirbelschleppenproblematik auswirken wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Der Flughafen verweist darauf, dass auch dies im laufenden Genehmigungsverfahren von der Bezirksregierung in Münster bewertet werde. Er gehe davon aus, dass sich das Wirbelschleppenvorsorgegebiet durch die Schwellenverlegung vergrößere, erklärt Flughafensprecherin Davina Ungruhe auf Nachfrage. Möglicherweise hätten dann mehr Unnaer Anspruch auf eine zusätzliche Dachsicherung.

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