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Verkehrsversuch am Unnaer Kreishaus beginnt am 21. Januar

dzKreisverkehr

Ob es etwas bewirken wird, am Kreishauskreisel einen Fußgänger- und Radfahrerüberweg zu verlegen, stellt sich vom 21. Januar an heraus. Dann läuft die Impulsphase eines Verkehrsversuches.

Unna

, 10.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine sichere Wirkung wird dann all diejenigen betreffen, die zu Fuß oder mit ihrem Fahrrad die Viktoriastraße überqueren wollen. Der heutige Überweg direkt am Kreisel ist vom 21. Januar an mit Sperrbaken verstellt. Stattdessen wird rund 50 Meter weiter weg vom Kreisel ein neuer Übergang mit einer Ampelanlage versehen. Dort würden die schwachen Verkehrsteilnehmer dann nicht mehr „kleckerweise“, sondern gruppenweise über die Straße gelassen.

Die Idee für den Kreisel soll der Mühle Bremme dienen

Sinn des Experimentes ist es, eine Idee zu überprüfen, die nicht allein mit dem Kreishauskreisel zu tun hat. Entstanden war sie bei Planungen für ein neues Einkaufszentrum auf dem Gelände der alten Mühle Bremme. Um dieses an den Stadtring anzubinden, ohne den Bereich zu überlasten, müssen die Rückstaus verkürzt werden, die sich vor dem Kreisel auf der Kantstraße und durch den Ringtunnel bis zum Ostring erstrecken können. Der beauftragte Planer hält es für möglich, die Autos schneller durch den Kreishauskreisel zu führen, wenn der Fußgänger- und Radfahrerüberweg an der Viktoriastraße in seiner heutigen Form entfällt. Denn die „diskontinuierlichen Querungen“ direkt an der Ausfahrt aus dem Kreisel führten nach Einschätzung des Sachverständigen dazu, dass wartende Autos auch die Fahrspur im Kreisel selbst blockieren.

Thesen des Gutachters sind sehr umstritten

Über dieses Konzept ist in Unna kontrovers diskutiert worden. Viele Autofahrer dürften eine Beschleunigung des Verkehrs im Kreisel begrüßen. Förderer des nicht-motorisierten Verkehrs meldeten dagegen Zweifel an. Der ADFC etwa versuchte, die Bestandsaufnahme des Gutachters nachzuvollziehen und stellte daher eine Kamera auf. Zur Überraschung der Fahrradlobbyisten zeigte sie nur sehr selten den Effekt, dass sich am Fußgängerüberweg ein Rückstau bis in den Kreisel hinein zeigte.

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Im Ratssaal wetterten vor allem die Bündnisgrünen gegen den Versuch: Ihr Fraktionsvize Björn Merkord nannte den Gutachterauftrag „Geldverschwendung“.

Die ersten Wochen dienen der Eingewöhnung

Die ersten Wochen des Verkehrsversuches können den Unnaern aussagekräftige Erfahrungen bringen, entziehen sich aber der wissenschaftlichen Systematik. Etwa sechs bis acht Wochen lang sollen sich die Verkehrsteilnehmer an die neue Regelung gewöhnen können. Erst dann läuft die Beobachtung an, deren Ergebnisse mit einer Vorerhebung im vergangenen Jahr verglichen werden sollen. Vermutlich findet dieser Test dann an nur einem Tag statt, der vergleichbare Bedingungen bietet wie der Zeitraum der ersten Erhebung. Dabei hatte ein Gutachter eine „typische Spitzenstunde“ gemessen, wie sie sich außerhalb der Ferien bei trockenem Wetter und ohne besondere Verkehrslagen im umgebenden Verkehrsnetz zur Feierabendzeit am Nachmittag ergeben.

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