Ärger über Lastwagen und Raser auf der Bruchstraße in Mühlhausen

dzStadt kündigt Messreihe an

Schwere Lastwagen, wo keine fahren dürften, und Geschwindigkeiten über den zugelassenen 30 Stundenkilometern: Anwohner der Bruchstraße in Mühlhausen leiden unter dem Verkehr vor ihrer Tür.

Unna

, 01.10.2019, 14:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bruchstraße in Mühlhausen ist eine anerkannte Ortsdurchfahrt, aber damit noch lange keine typische Hauptstraße. Dem wohnlichen Charakter der Straße entsprechend ist die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht dürfen die Straße gar nicht befahren. Doch was auf den Schildern steht, interessiert augenscheinlich nicht jeden.

Anwohner schlagen Alarm und wenden sich Rat suchend an die Behörden. Obwohl die kurvige Straßenführung und die parkenden Autos auf der Fahrbahn die Durchfahrt erschweren, rollen nach Beobachtungen von Anliegern auch große Lastwagen durch den Ort. Über alle Fahrzeuggattungen hinweg werde immer wieder recht schnell gefahren. Hörbare Schaltpausen lassen annehmen, dass das Tempolimit dabei deutlich überschritten wird. So schildern es die Anlieger der Stadt.

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Eine Initiative der Anwohner hat ein Schreiben aufgesetzt und Unterschriften gesammelt. Jetzt beginnt im Rathaus die Überprüfung des Sachverhaltes. Vor etwaigen Maßnahmen soll die Lage objektiv erfasst werden.

Stadt will mit einem Automaten eine Verkehrsstatistik-Aufstellen

Eine Messreihe mit einem automatischen Gerät zur Verkehrserfassung soll feststellen, was wie schnell über die Bruchstraße rollt, kündigt Stadtsprecher Oliver Böer an. Die sogenannten V85-Messgeräte werden fest an einer Laterne oder einem Straßenschild angebracht und in der Regel zwei Wochen lang am Ort des Geschehens belassen.

Mit einer Art Bewegungssensor erfassen diese Apparate die Geschwindigkeit und Größe der durchfahrenden Fahrzeuge. Danach ist eine statistische Auswertung möglich: Wie viele Autos fahren zu schnell? Wie stark sind die Überschreitungen? Welchen Lastwagen-Anteil gibt es? Gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Tagen oder Zeitfenstern?

Anwohner erinnern an zwei Unfälle

Die gefühlte Bedrohung an der Bruchstraße scheint jedenfalls relevant zu sein. Anwohner erinnern in ihrem Schreiben an zwei Unfälle, drücken ihre Sorge um die Kinder der Nachbarschaft aus. Auch der Bezirksdienst der Polizei sei hinzugezogen worden und teile die Bedenken.

Über Maßnahmen ließe sich vor der Messreihe der Stadt nur spekulieren. Die Stadt ist zwar Anordnungsbehörde für verkehrslenkende Maßnahmen, aber ausgeschildert sind Tempo- und Durchfahrtbeschränkungen ja bereits. Eine naheliegende Lösung bei Verstößen gegen die Regelungen bestünde in Kontrollen durch die Polizei. Sie können erfahrungsgemäß nicht rund um die Uhr erfolgen.

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